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Statements2021

Statements
Das Recht auf Gleichberechtigung – Wer’s glaubt!
Gleichberechtigung in der weltanschaulichen Ausrichtung war und ist der säkularen Welt schon immer ein Anliegen gewesen. Nicht nur um die eigenen Befindlichkeiten durchzusetzen und in den Vordergrund der Aufmerksamkeit zu lenken, sondern um klar zu definieren, dass jeder Mensch ein Anrecht hat, selbst zu entscheiden, welcher Weltanschauung dieser Mensch sich zugehörig fühlt.
In einem christlich geprägten Land mit humanistischen Traditionen aufzuwachsen, ist in Deutschland definitiv ungefährlicher als in einem afrikanischen oder autoritär geführten Land, aber auch in einer Demokratie wie hier gibt es viele Unstimmigkeiten in den politischen Entscheidungen.
Die Anwendung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit wurden nicht nur vor Weihnachten wieder mit Füßen getreten, insbesondere das Recht derer, die von den Sonderregelungen für Versammlungen zur Ausübung religiöser Rituale ausgeschlossen waren.
Wieder einmal waren es christliche Gottesdienste, die über andere Weltanschauungen gestellt wurden, über das Bedürfnis anderer Gruppierungen, sich weltanschaulich oder religiös gemeinsam zu stärken. Ein Gleichstellungseffekt ist hier nicht gegeben.
Selbst in Pandemiezeiten, wo es wissenschaftlich erwiesen ist, dass Zusammenkünfte jeder Art im großen Stil die Infektionszahlen nach oben treiben, wir kulturelle und genüssliche Verzichte in Kauf nehmen müssen, wird aber eine Ausnahme für die Ausführung von Religion, nur für eine christliche Sicht- und Lebensweise gemacht? Gibt es eine Regel, die sich darauf gründet, dass christliche Menschen weniger gefährdet sind, weil ihr Glauben an ihren Gott sie vor jeder Erkrankung schützen wird?
Ich kann mich nicht erinnern, dass bei den Infektionszahlen nach der Religionszugehörigkeit gefragt wurde bzw. dass Corona hier einen Unterschied gemacht hätte.
Wäre dies der Fall, könnten die Menschen dieser Religionsgruppe sich ja auch weiterhin in Theatern, Restaurants und anderen Räumlichkeiten treffen, aber hier scheint die Vernunft über die bittere Zuordnungsmoral gesiegt zu haben.
Schade, dass wir in Deutschland immer noch nicht so weit sind, weder in der Gleichberechtigung der Geschlechter noch in der Religionszugehörigkeit bzw. der Trennung von Kirche und Staat.
Traditionen sind gut und schön, aber es gibt immer noch einen dringenden Weiterentwicklungsbedarf.

Silvana Uhlrich-Knoll
Spendenaufruf für Lamine,
einen jungen Humanisten in Not
Die Nachrichten in den letzten Monaten sind voll von Schlagzeilen über Menschen, die nicht nur mit Homeschooling und der Arbeitszeitorganisation an der Grenze der Überforderung hin- und herpendeln. Es sind Künstler, Selbstständige und kleine Betriebe, die mit den Schließungszeiträumen wichtige Einnahmequellen verloren haben. Tief ergreifende Schicksale, gerade wenn wir die Menschen dahinter persönlich kennen.
Lamine Madani hat es ebenfalls schwer getroffen. Als junger gebildeter Mensch ist er aus Algerien nach Deutschland gekommen, um hier Englische Literatur zu studieren und seinen Doktortitel zu erlangen. Obwohl er keine staatliche Förderung in Anspruch nahm, wurde ihm der Weg nach Deutschland nicht leicht gemacht. Mit viel Unterstützung der Universität Potsdam und Kontakten im humanistischen Umfeld gelang es Lamine, sein Studium 2018 zu beginnen, welches er bis 2020 mit einem Master beenden wollte. Die Motivation und Freude waren groß, Lamine suchte sich eine Wohnung, einen Nebenjob und ging fleißig zur Uni. Er schrieb Artikel, nahm an Veranstaltungen mehrerer humanistischer Organisationen teil und versuchte sich weiterhin auf dem Laufenden zu halten, was in Algerien vor sich ging.
Doch das Leben in Deutschland ist nicht einfach, wenn einen die Fixkosten auffressen. So kam es, dass Lamine es nicht schaffte, bis März letzten Jahres sein Studium zu beenden. Die Visumstelle zeigte kein Erbarmen und wollte ihn sofort wieder nach Hause schicken. Wieder machte sich die Universität Potsdam stark für ihren Schützling und Lamine erhielt seinen Pass mit Visum zurück. Kräftetechnisch hat Lamine sehr gelitten, aber die Hoffnung war groß, noch einmal neu zu starten. Doch Corona ließ die Studentenjobs rar werden, viele Einnahmequellen standen den Schülern und Studenten nicht mehr zur Verfügung. Lamine kam also wieder in einen Strudel des Überlebens. Billiglohnjobs und lange Schichten trieben ihn an den Rand der Verzweiflung zurück, da es nicht möglich erscheint, seinen Traum vom Studiumsabschluss zu vollenden.
Mit der Bitte um Unterstützung wende ich mich daher an Sie. Wie können wir alle einem jungen Humanisten helfen, der in seinem Land keine freie Ausbildung genießen kann und weitab seiner Heimat nach einem Ort suchen musste, wo er seine eigene Meinung, seine Weltanschauung und sein Leben so bestreiten kann, wie er es möchte? Lamines größter Traum ist es, sein Studium hier zu beenden. Doch um die Uni wieder regelmäßig besuchen zu können, braucht er einen finanziell sicheren Rahmen, der ihm die Miete, seine teure Krankenversicherung, aber auch sein tägliches Essen garantiert. Mit jeder Geldspende kann sich Lamine mehr auf sein Studium konzentrieren als auf das Erwirtschaften seines Lebensunterhaltes. Auch Lebensmittelgutscheine oder andere Möglichkeiten der Unterstützung sind sehr willkommen.
Im Namen des Vorstands des DFW danken wir herzlichst für Ihre Unterstützung!

Bankverbindung:
Bank für Sozialwirtschaft, Berlin
IBAN: DE64 1002 0500 0003 3974 00
BIC: BFSWDE33BER
Verwendungszweck: Spende Lamine Madani

Dieser Spendenaufruf ist eine Initiative des DFW unter der Leitung der Vize-Präsidentin Silvana Uhlrich-Knoll. Gerne können Sie unter post@dfw-dachverband.de weitere Informationen zu Lamine Madani erhalten bzw. persönlich mit ihm in Kontakt treten, wenn Sie dies wünschen.
Silvana Uhlrich-Knoll

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