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Berichte
Der neue Freedom of Thought Report 2019 von Humanists International ist erschienen
Ein Bericht über die Menschenrechte von Nichtreligiösen warnt davor, dass „die Welt geteilt ist“ im Bezug auf Blasphemie- und Apostasie-Gesetze, und zwar „in viele Staaten, die diese Gesetze immer noch stärken, und einige Staaten, die in den letzten Jahren diese Gesetze noch verstärkt oder neue ‚Blasphemie‘-Gesetze eingeführt haben“.
Der einmal im Jahr erscheinende Freedom of Thought Report von Humanists International, deren Mitglied der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. ist, liegt nun in der achten Ausgabe vor. Er untersucht die Situation der Gesetze und Menschenrechte für „Humanisten, Atheisten und Nichtreligiöse“ auf der ganzen Welt.
Die Ausgabe von 2019 feiert die Tatsache, dass derzeit acht Länder die „Blasphemie“-Gesetze in den letzten fünf Jahren abgeschafft haben. Aber sie warnt auch davor, dass 69 Länder solche Gesetze immer noch aufrechterhalten, und dass die Strafen und Verfolgungen in einer Reihe von Ländern verschärft wurden. Staaten wie Saudi-Arabien und Pakistan sind als beständige Blasphemie-Verfolger notiert. Trotz der breit publizierten Geschichte der christlichen Farmarbeiterin Asia Bibi werden immer noch diverse Atheisten und viele andere in Pakistan angeklagt; außerdem verurteilt der Bericht außergerichtliche Gewalt, die sowohl gegen humanistische als auch religiöse Minderheiten aufgrund von Anklagen wegen Blasphemie ausgeübt wird.
Der Bericht hebt auch eine Verschlechterung in anderen Ländern hervor. Sowohl Brunei als auch Mauritanien haben derzeit die Bestrafungen für „Blasphemie“ und „Apostasie“ in den letzten zwei Jahren verstärkt. Bruneis 2019 eingeführtes Strafmaß betrifft Blasphemie und Apostasie, aber auch andere „Hudud“-Straftaten wie Ehebruch und Homosexualität, die zur Todesstrafe führen. Mauretanien führte eine obligatorische Todesstrafe für Blasphemie und Aspostasie im April 2018 ein. Prominente „Blasphemie“-Verfolgungen werden als Grund zur Sorge in Indonesien genannt, wie auch die Reaktionen gegen die Demonstranten, die gegen den Hijab-Zwang im Iran protestieren, und die Verfolgungen und Gewalt aufgrund des Hindu-Nationalismus zeigen eine sich verschlechternde Situation in Indien. Trotz des im Großen und Granzen positiven Trends steht Europa nicht völlig außerhalb jeglicher Kritik, da in den letzten Jahren beispielsweise in Italien und Spanien Künstler und Demonstranten verfolgt wurden.
Andrew Copson, der Präsident von Humanists International, kommentiert: „Blasphemie- und Apostasie-Gesetze sind schon für sich genommen eine Ungerechtigkeit, aber sie verleihen jenen eine falsche Legitimation, die in ihrem Namen morden und Terror verbreiten. Wie unser Bericht  belegt, verschärft es die Probleme mit religiösem Extremismus nur noch, wenn Regierungen solche Gesetze zugrunde legen. Die Aufhebung dieser Gesetze zum Beispiel mitttels der Verpflichtung auf die Menschenrechtskonventionen, die fast alle Länder unterzeichnet haben, muss Priorität haben. Das wird nicht all die verschiedenen anderen Formen von Diskriminierungen lösen, denen Humanisten und andere religiöse Minderheiten ausgesetzt sind, die unser Bericht dokumentiert. Aber es wird der Anfang sein, um den religiösen Extremismus zu ent-legalisieren, der so viele Gesellschaften in so vielen Regionen des Planeten bedroht.“
Humanists International
(Übersetzung: Ortrun Lenz)
 
Die verfolgte Humanistin Gulalai Ismail ist sicher in den USA angekommen
19.09.2019 - Humanists International (HI) hat offiziell bestätigt, dass Gulalai Ismail jetzt in Sicherheit ist.
Das Vorstandsmitglied der Humanists International (ehem. IHEU), Gulalai Ismail, war seit ihrer anfänglichen Inhaftierung im Oktober 2018 auf der Flucht vor den pakistanischen Behörden. Humanists International hat an vorderster Front dafür gekämpft, auf internationaler Ebene alles dafür zu tun, um ihre Freilassung zu gewährleisten.
Es wurde bestätigt, dass Gulalai auf dem Weg ist, um Asyl in den Vereinigten Staaten zu bekommen. – Ismail, eine Menschenrechtsaktivistin aus Pakistan wurde zuerst am 12. Oktober 2018 festgenommen, als sie von einer Sitzung der Humanists International in London nach Islamabad zurückkam. Humanists International - und andere humanistische Organisationen in der ganzen Welt - verfolgte die Umstände ihrer Haft und leitete eine Kampagne ein, um auf ihre Verfolgung aufmerksam zu machen. In einer Nachricht an Humanists International schrieb Gulalai Ismail:
„Ich bin sicher in den Vereinigten Staaten angekommen, und ich bin auf dem Weg, Asyl zu bekommen, hier, wo ich sicher sein kann. Die letzten Monate waren schrecklich. Ich wurde bedroht, belästigt, und ich bin glücklich, dass ich am Leben bin. Ich möchte euch unbedingt mitteilen, wie immens dankbar ich euch allen und der ganzen großen humanistischen Familie auf der ganzen Welt bin, dafür, dass ihr meinen Fall aufgegriffen habt und sicherstellt, dass die pakistanischen Behörden mich nicht vergessen können. Die Arbeit von Humanists International war der Schlüssel dazu, dass die pakistanischen Behörden zur Rechenschaft gezogen wurden. Ich bin euch allen, die ihr mir geholfen habt, unglaublich dankbar.“
HI-Geschäftsführer Gary McLelland dazu: „Das sind fantastische Nachrichten. Wir haben fast ein Jahr daran gearbeitet, Gulalais Sicherheit zu erwirken. In Zusammenarbeit mit anderen humanistischen Organisationen, NGOs, Regierungen und internationalen Agenturen waren wir in der Lage, auf Gulalais Situation aufmerksam zu machen. Heute morgen feiern wir erstmal diese großartige Neuigkeit. Später werden wir mit unserer wichtigen Arbeit fortfahren, um auch andere gefährdete Humanisten auf der ganzen Welt zu beschützen.“
(Übersetzung: Ortrun Lenz)

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