Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V.

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Ihr Präsidium des
Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften


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Humanistentag 2014:
Gleichstellung von säkularer Weltanschauung und Religion

Interview mit Renate Bauer,
Präsidentin des Dachverbands freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW)

Regensburg, den 22. April 2014 • Vom 28. Mai bis 1. Juni 2014 veranstaltet der Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, den „Humanistentag 2014" in Regensburg – als Alternative zum Katholikentag. Renate Bauer, Präsidentin des Dachverbands freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW), hält eine der Eröffnungsreden beim Humanistentag. In einem Interview im Vorfeld begründet sie ihr Engagement und stellt die Ziele des DFW vor.


Frage: Was ist der Dachverband freier Weltanschauungsgemeinschaften Deutschlands (DFW), seit wann gibt es ihn und was ist Ihre Rolle darin?

Renate Bauer: Der Dachverband ist ein Zusammenschluss von freien Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Er besteht seit 1991, geht aber auf eine seit 1949 bestehende Organisation zurück. Ich bin die gewählte Präsidentin, ehrenamtlich tätig seit 2010.

Frage: Was sind die Arbeitsschwerpunkte des DFW?

Renate Bauer: Wir setzen uns für die Gleichberechtigung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften und die Rechte konfessionsfreier Menschen ein. Wichtig sind uns die allgemeinen Menschenrechte. Wir engagieren uns deshalb auch für einen integrativen Werteunterricht anstelle des Religionsunterrichts. Dies ist notwendiger denn je zuvor nach den letzten Gerichtsurteilen. Wir wollen gleiche Rechte säkularer Verbände mit den Religionsgemeinschaften bei Vertretung in öffentlichen Gremien und bei Anhörungen zu Gesetzesentwürfen, wobei wir auf die Selbstbestimmung des Einzelnen Wert  legen.

Frage: Manche Verbände wie der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) lehnten eine Mitarbeit am „Humanistentag 2014" in Regensburg ab. Warum unterstützen Sie diese Veranstaltung?

Renate Bauer: Der bfg Bayern ist Mitglied im DFW, von daher ist es uns selbstverständlich, seine Initiative zu unterstützen. Auch andere Mitglieder aus dem DFW sind mit dabei, und es ist immer gut, wenn sich säkulare Menschen treffen und miteinander reden und feiern.  

Frage: Abgesehen von der inhaltlichen Ausrichtung, was sind weitere wesentliche Unterschiede zwischen Katholikentag und Humanistentag?

Renate Bauer: Ich bewundere das ehrenamtliche Engagement, das den Humanistentag erst möglich macht, im Gegensatz zum überwiegend hauptamtlich organisierten Katholikentag. Das ist das eine, zum zweiten ist der Humanistentag eine Bewegung von unten und wird nicht von oben reglementiert.

Frage: Die Stadt Regensburg und der Freistaat Bayern haben eine finanzielle Unterstützung des „Humanistentages" abgelehnt, weil die Anträge angeblich zu spät eingereicht wurden. Die Regierung in München hält zudem nur Großveranstaltungen für förderwürdig und streicht den kommerziellen Charakter des Katholikentags als „Wirtschaftsförderung" heraus. Was sagen Sie dazu?

Renate Bauer: Genau daran sieht man die Notwendigkeit des Humanistentages und eines Zusammenschlusses wie des DFW, denn eine bundesweite Unterstützung dieses Tages zeigt ihn als Großveranstaltung. Nur gemeinsam können wir gleiche Rechte, was für mich auch gleiche Unterstützung bedeutet, erreichen.

Frage: Wann wäre der Humanistentag 2014 aus Ihrer Sicht als Erfolg zu betrachten?

Renate Bauer: Wenn er den Menschen, die kommen, gefällt und sie für sich etwas mitnehmen, ob es das Wissen ist, dass es andere mit gleichen Anschauungen gibt, oder eine interessante Diskussion zum Denken anregt oder gar zum Mitmachen. Gerade das Letztere wäre mir am wichtigsten.

Mehr Informationen:

www.humanistentag2014.de

Kontakt:

Erwin Schmid, Vorsitzender des bfg Bayern, E-Mail: vorsitzender@bfg-bayern.de
Michael Kraus, Sprecher des Humanistentages 2014, Tel. 0151-12411239, E-Mail: bfg_regensburg@yahoo.de

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Offener Brief an die Ministerpräsidenten der Bundesländer:
Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften fordert eine angemessene Repräsentation der konfessionsfreien und säkular orientierten Bürger in Fernsehrat und Verwaltungsrat des ZDF
Sehr geehrte ...,
nachdem nun das Bundesverfassungsgericht  den bisherigen Staatsvertrag des ZDF mit den Bundesländern  hinsichtlich der Repräsentation der gesellschaftlichen Gruppierungen für verfassungswidrig erklärte, erwarten wir eine klare Berücksichtigung der gesellschaftlichen Veränderungen bei der Neuverteilung der Sitze.  Insbesondere rechnen wir damit, dass  sich der Wandel auf religiös-weltanschaulichem Gebiet auch in den Gremien widerspiegelt. Dazu gehört für uns unabdingbar eine Berücksichtigung der säkularen weltanschaulichen Organisationen. Mehr als ein Drittel der Bürger in Deutschland sind inzwischen konfessionsfrei  und werden  von den freigeistigen und humanistischen säkularen Organisationen im Land betreut.
Diese Veränderungen müssen nun auch in Gremien wie Fernseh- und Rundfunkräten ankommen. Wir sind gerne zu Gesprächen über mögliche Repräsentationen bereit.
Freundliche Grüße
Renate Bauer
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DFW hat Petition zum Humanen Sterben eingereicht

Wortlaut der Petition
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, ein Humanes Sterben zu ermöglichen.


Der DFW fordert
Strafrechtliche Sicherheit für Ärzte, die Patienten auf deren Wunsch bei einem Suizid begleiten. Für sie gilt es, eine gesetzliche Neuregelung unter Einbeziehung der bisherigen gerichtlichen Entscheidungen zu finden. Kein Verbot organisierter Sterbehilfe, aber klare gesetzliche Regelungen für eine achtungsvolle Beratung bei Suizidwunsch und Schutz der Menschen vor kommerzieller Ausbeutung.

Begründung
Der DFW fordert zur Ermöglichung eines Lebensendes in Würde und Selbstbestimmung:
1. Rechtliche Absicherung und finanzielle Unterstützung von Organisationen und Institutionen, die Menschen beim Sterben und in der Trauer begleiten, z.B. Hospize, Palliativstationen, ambulante Hospizhilfe und ambulante Palliativmedizin, Beratungsstellen für Menschen mit Suizidgedanken.
2. Strafrechtliche Sicherheit für Ärzte, die Patienten auf deren Wunsch bei einem Suizid begleiten. Für sie gilt es, eine gesetzliche Neuregelung unter Einbeziehung der bisherigen gerichtlichen Entscheidungen zu finden.
3. Kein Verbot organisierter Sterbehilfe, aber klare gesetzliche Regelungen für eine achtungsvolle Beratung bei Suizidwunsch und Schutz der Menschen vor kommerzieller Ausbeutung. Im Februar 2014 trugen wir diese Forderungen schon in einem Offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Gröhe vor. Schon 1994 verabschiedete der Dachverband eine Erklärung zum Humanen Sterben, die auf der neunten Fachtagung des Freigeistigen Lebenshilfswerkes erneut diskutiert und geändert wurde. Sie wird hier zitiert:

„Erklärung zum Humanen Sterben vom 4. 11. 1995, Bollmannsruh
Selbstbestimmung und Menschenwürde sind als Grundwerte menschlichen Lebens auch für den letzten Lebensabschnitt eines Menschen maßgeblich. Humanes Sterben muss mit diesen Grundwerten vereinbar sein. Es beginnt und endet mit Mitmenschlichkeit, die die Sterbebegleitung für den Betroffenen und Trauerbegleitung für die Hinterbliebenen einschließt. Sterbebegleitung sollte vorrangig innerhalb des familiären Rahmens und in geeigneten Einrichtungen mit entsprechend ausgebildetem Fachpersonal ermöglicht werden. Es gehört nicht zu den Pflichten eines Arztes, das Sterben zu verlängern.
Gemeinnützige Hilfsorganisationen, die sich auf diesem Sektor betätigen, bedürfen der besonderen staatlichen und privaten Unterstützung. Kommerzielle Interessen im Zusammenhang mit dem humanen Sterben werden abgelehnt. Eine gesetzliche Regelung des humanen Sterbens, das auch eine selbstbestimmte Beendigung des individuellen Lebens bedeuten kann, würde die nicht aktive Sterbehilfe aus der Grauzone der Illegalität herausführen.
Das Recht auf selbstbestimmten Freitod (Bilanzsuizid) eines mündigen Menschen wird respektiert. Diese Forderungen sind immer noch aktuell. Wir bitten darum, dass endlich gesetzliche Regelungen geschaffen werden, die bisherige Gerichtsentscheidungen aufgreifen und damit Menschen Klarheit und Sicherheit in der Achtung ihrer Selbstbestimmung erhalten.
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"BEKAS"
Ab dem 10. April bundesweit in den Kinos
Ein Film des preisgekrönten und kurdisch-stämmigen Regisseurs Karzan Kader
„Ich erzähle die persönliche Geschichte meiner Kindheit: Die Flucht aus dem Irak. Dem Schrecken des Krieges wollte ich mit Humor begegnen.“

Autor & Regisseur Karzan Kader

Rührend und humorvoll erzählt Karzan Kader von der harten Realität des täglichen Lebens zweier Waisenkinder im Irak, ihrem unerschütterlichen Glauben an eine bessere Zukunft und dem Glück der einfachen Dinge. BEKAS zeigt wie wichtig es ist, den eigenen Träumen zu folgen, niemals aufzugeben und zusammen zu halten, auch wenn alles aussichtslos scheint.
KURZINHALT
Kurdistan, Irak 1990: Die Brüder Zana (7) und Dana (10) leben als Waisenkinder auf den Straßen des von Saddam Hussein regierten Landes. Als eines Tages „Superman“ im örtlichen Kino gezeigt wird, klettern die beiden auf ein Dach, um einen Blick auf den größten Helden aller Zeiten zu erhaschen. Von da an wird Amerika zur „Stadt ihrer Träume“ – einem magischen Ort, an dem sie unbedingt leben wollen. Doch um eine solche Reise zu wagen, braucht man Pässe und viel Geld. Die Situation scheint aussichtslos.
Schließlich machen sich Dana und Zana auf dem Rücken eines Esels namens „Michael Jackson“ mit einer Landkarte, einem wertlosen Medaillon, Brot und Wasser auf den Weg. Die staubige, triste Straße zur Grenze birgt jedoch Hindernisse und Gefahren, die die Beziehung der Brüder auf eine harte Probe stellt. Werden die beiden einen Weg über die strengbewachte Landesgrenze finden und ihren Traum verwirklichen können?

Der Autor und Regisseur Karzan Kader floh selbst als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Kurdistan. Von den eigenen Erfahrungen inspiriert, wollte er mit BEKAS eine einzigartige Geschichte aus einem Land erzählen, in dem seit Jahren Krieg und Unruhen herrschen.
Weitere Informationen und den Trailer erhalten Sie auf:
www.bekas-derfilm.de

Auch hier gibt es eine kurze Vorschau: http://www.youtube.com/watch?v=OZnGUy52D9Q&feature=youtu.be
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Wo sich Seniorinnen und Senioren wie zu Hause fühlen
Der "Grüne Haken" für das Karl-Weiß-Heim in Mannheim
"Wir wussten, dass sich die Seniorinnen und Senioren in unserem Haus wohlfühlen. Umso mehr freuen wir uns, dass uns dies nun zum 3. Mal in Folge von einer unabhängigen Gutachterin bestätigt wurde", meint  die Barbara Vonderschmitt, die das Karl-Weiß-Heim in Mannheim leitet. Auch der Träger, der Freireligiöse Wohlfahrtsverband Baden e.V., freut sich über die Auszeichnung.

Hilde Katharina Herrnböck, die am 24.02.14 als Gutachterin im Auftrag der BIVA einen Tag hinter die Kulisse der Einrichtung schaute, prüfte mit kritischen Blicken und Sachverstand, ob Respekt, Rücksichtnahme und die Achtung der Privatsphäre der betagten Menschen im Karl-Weiß-Heim keine Fremdwörter sind.
Die BIVA-Prüfung, die von Experten entwickelte wurde, stellt anhand von 121 Kriterien fest, ob Einrichtungen auf unterschiedlichen Ebenen Lebensqualität bieten. Die Begutachtung umfasste Fragen an die Einrichtungsleitung, die Mitarbeiter der Sozialen Betreuung sowie den Heimbeirat, die Teilnahme am Mittagessen und eine intensive Begehung des Hauses. Über die Übergabe des Qualitätssiegels „Grüner Haken" per Zertifikat freuten sich sowohl MitarbeiterInnen als auch BewohnerInnen.  

Barbara Vonderschmitt

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Diskussions-Veranstaltungsreihe in Graz/Österreich:

Christen und Agnostiker
Ein religiös-weltanschaulicher Dialog

                         Thema des 6. Abends:

               "Was glauben Atheisten?"

                         22. Mai 2014, 19.00 bis 21.00  Uhr
                         Haus der Begegnung
                         Graz, Johann-Joseph-Fux-Gasse 16

Veranstalter: Prof. Dr.  Anton Grabner-Haider  und Dr.  Erich Satter
in Verbindung mit dem Verein für interkulturelle Beziehungen - Eintritt frei -
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Humanistischer Freidenkerbund Havelland e. V.
Übernahme des Jugendklubs in Wustermark durch den Humanistischen Freidenkerbund Havelland
Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. (HFH) übernimmt ab Januar 2014 den Jugendklub Wustermark, Mühlenwerg 7, in freie Trägerschaft und hat am 26.11.2013 den entsprechenden Vertrag mit dem bisherigen Träger, der Gemeinde Wustermark unterschrieben. Dies ist nun der sechste Jugendklub im Havelland in Trägerschaft des HFH.

Die Gemeinde unterstützt den HFH mit erheblichen finanziellen Zuwendungen für die Personal- und Sachkosten. Mit neuen Überlegungen und Herangehensweisen soll eine attraktive und vorurteilsfreie Jugendarbeit für und mit Jugendlichen im Klub gestaltet werden. Wir sind offen für alle.
... weiterlesen ...

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Hubertus Mynarek  Wertrangordnung und Humanität - Zur Humanismus-Debatte zwischen Atheisten, Pantheisten, Monotheisten und Agnostiker Verlag DIE BLAUE EULE, Essen 2014, ISBN 978-3-89924-376-5, 167 S., 28,- €.
Das Leben als Kunstwerk ist nicht nur höchstes Ziel, sondern auch eine ethische Forderung
Die Quintessenz dieses leicht und flüssig lesbaren sowie übersichtlich gegliederten Werkes, bringt der Autor selbst auf den Punkt: "Im Zurückdrängen oder Abwürgen der gefühlsmäßigen, sozialen und ethischen Bestandteile seines Wesens liegt die Gefahr des Vollblut-Naturwissenschaftlers". Ohne Überbewertung des Emotionalen, befasst sich  Mynarek  in klaren und verständlichen Worten mit der Reflexion von Geist und Gefühl. Dabei kommt es zunächst zu einer Rangordnung der Werte sowie einer Thematisierung der Synästhesie von Ästhetik und Ethik. ... weiterlesen ...

 

Freidenker Barnim e. V. hat Johannes Ronge in Wroclaw (Breslau) geehrt

Nach monatelanger Vorbereitung durch die beiden Partnervereine Oddzial Wroclawskiego Polskiego Stowarzyszenie Racjonalistow und dem Freidenker Barnim e.V. mit Unterstützung des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. fand am Sonnabend, dem 19. Oktober 2013, im Konferenzsaal des Alten Rathauses in Wroclaw eine Fest- und Informationsveranstaltung anlässlich des 200. Geburtstages von Johannes Ronge statt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen das Schaffen und die Werte von Johannes Ronge als erstem Prediger der Christkatholischen Gemeinde in Breslau und als Demokrat sowie eine gemeinsame Erklärung der Organisatoren und Teilnehmer der Veranstaltung. Die gemeinsame Erklärung mit dem Titel „Unsere Verantwortung für das christkatholische und freireligiöse Erbe der Stadt Wroclaw" wurde von Frau Renate Bauer, Präsidentin des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften e. V., Herrn Norbert Weich, Vorsitzender des Freidenker Barnim e.V., Herrn mgr Jacek Tabisz, Vorsitzender der Polnischen Vereinigung der Rationalisten und Frau mgr Kaja Brix, Präsidentin der Sektion Wroclaw der polnischen Rationalisten unterzeichnet.
Damit übernehmen die Unterzeichner Verantwortung, mit konkreten Projekten das Erbe zu bewahren, zu erforschen und zu verbreiten. Dazu gehört das polnisch-deutsche Forschungsprojekt "Wroclaw (Breslau) eine europäische Metropole – die Geburtsstadt der freireligiösen/freigeistigen Bewegung Deutschlands" ebenso wie eine Veranstaltungsreihe zu Persönlichkeiten der Christkatholischen Gemeinde in Breslau und Publikationen in den regionalen Medien.
Die Feierlichkeiten anlässlich des 200. Geburtstages von Johannes Ronge waren seit über 80 Jahren die erste Veranstaltung mit freireligiösem/freigeistigem Inhalt, die die Stadt Wroclaw wieder erleben durfte.
Auch der Appell der Teilnehmer an alle kommunalen Institutionen, gesellschaftlichen Kräfte, Vertreter der Politik, der Künste und der Medien der Stadt Wroclaw, an dieser Arbeit mitzuwirken, sollte auf dem Wege zur Europäischen Kulturhauptstadt 2016 nicht ungehört bleiben.
Die Veranstaltung war im Sinne des Wirkens von Johannes Ronge und strahlte Optimismus aus, dass die Vernunft und das Wissen stets über Glauben und Aberglauben siegen werden.
Für die gezeigte Mitwirkung und Unterstützung zum Gelingen dieser Veranstaltung gilt der Dank den vielen ehrenamtlichen Helfern der Wroclawer Rationalisten, der Barnimer Freidenker, der Freireligiösen Gemeinde Berlin und besonders Frau mgr Okolska, Direktorin des Historischen Museums der Stadt Wroclaw und Frau mgr Wolozyn-Swierk, Redakteurin des TVP Wroclaw.

Heinz Klos
Stv. Vorsitzender Freidenker Barnim e.V.

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Initialzündung zur Entstehung der freigeistigen Organisationen
Volker Mueller: Johannes Ronge und die freireligiöse Bewegung
Historische Reihe des Angelika-Lenz-Verlages. Band 5. Neu-Isenburg 2013. 87 Seiten. 7,90 €. ISBN: 978-3-943624-12-0.


Johannes Ronge gilt zweifellos als ein bedeutender Denker des 19. Jahrhunderts und als einer der Begründer der freigeistig-humanistischen Bewegung und freireligiösen Gemeinden in Deutschland. Mit seinem „Offenen Sendschreiben an den Bischof von Trier" vom 1. Oktober 1844, Laurahütte,  mit  dem er die Ausstellung des Heiligen Rocks in Trier heftig kritisiert, fordert er eine neue Religiosität, die frei von kirchlicher Bevormundung und Dogmatik sein solle. Im Vormärz, der revolutionären Zeit der 40er Jahre in den deutschen Ländern, setzt sich Ronge für ein Land in Freiheit und Liebe ein, in dem die Menschenwürde gewahrt und der Glaube frei und ohne Zwang sei.

In dem vorgelegten Band 5 der Historischen Reihe des A. Lenz-Verlages werden das „Offene Sendschreiben an den Bischof von Trier" von Johannes Ronge und seine 1847 in Hamburg erschienene Schrift „Das Wesen der freien christlichen Kirche" wiedergegeben. Sie markieren Meilensteine in der Entwicklung der frühen freireligiösen Bewegung. Dieses Buch wird anlässlich des 200. Geburtstages von Johannes Ronge (16. Oktober 1813 - 25. Oktober 1887) von Volker Mueller herausgegeben und mit seinem Beitrag „Ronge und der Beginn der freireligiösen Bewegung in Deutschland" eingeleitet. Anliegen der Herausgabe dieses Buches ist die Wiedervorlage der zwei bedeutenden Texte von Johannes Ronge, der im vorrevolutionären Deutschland Wesentliches zur demokratischen Entwicklung und zur Entstehung der freireligiösen Gemeinden beiträgt und damit die Verbreitung und Vertiefung des freireligiös-humanistischen Gedankengutes fördert. Das Büchlein ist hier erhältlich: www.lenz-verlag.de

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Evolution, Humanismus und Menschenrechte würdigen

Bund für Geistesfreiheit Bayern hat drei humanistische Feiertage beschlossen

Der Bund für Geistesfreiheit (bfg) vertritt die Rechte von konfessionslosen Menschen in der BRD. Die Konfessionslosen stellen mit ca. 35% der Bevölkerung inzwischen eine weit größere (und schnell wachsende) Weltanschauungs-Gruppe dar als jede andere in Deutschland, wie z.B. Protestanten und Katholiken, die jeweils bei ca. 28-29% liegen, mit sinkender Tendenz.

Das geltende Gesetz erlaubt auch kleinen Weltanschauungsgruppen eigene Feiertage mit den damit zusammenhängenden Vorteilen, wie z.B. Befreiung von Arbeit und Schulbesuch. So sind z.B. jüdische Schülerinnen und Schüler an folgenden Tagen von der Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht und sonstigen schulischen Veranstaltungen befreit: an beiden Tagen des Neujahrsfests, am Versöhnungstag, an den ersten zwei Tagen und an den letzten zwei Tagen des Laubhüttenfests, an den ersten zwei Tagen und an den letzten zwei Tagen des Osterfests und an beiden Tagen des Wochenfests, muslimische Schülerinnen und Schüler an den Festtagen Ramazan Bayrami und Kurban Bayrami jeweils für die ersten beiden Tage von der Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht und sonstigen Veranstaltungen befreit.
Laut Kultusministerium erfolgt die Unterrichtsbefreiung von Schülerinnen und Schüler anderer Bekenntnisse an einschlägigen religiösen Feiertagen auf Antrag. (Siehe Anhang).
Als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist der bfg als Weltanschauungsgemeinschaft den Religionen in jeder Richtung gleichgestellt. Die Dachorganisation bfg Bayern K.d.ö.R. hat in ihrer Landesversammlung am 13.4.2013 drei humanistische Feiertage beschlossen und dem Kultusministerium auch offiziell mit Einschreiben/Rückschein gemeldet. Es handelt sich um
* 10. Mai: Evolutionstag (Am sechsten Freitag nach dem Sonntag, der dem ersten Frühjahresvollmond folgt, wird der Evolutionstag des Bundes für Geistesfreiheit Bayern gefeiert. Termine: 2013 10. Mai, 2014 30. Mai, 2015 15. Mai, 2016 6. Mai, 2017 26. Mai, 2018 11. Mai.)
* 21. Juni: Welthumanistentag
* 10. Dezember: Tag der Menschenrechte
Mitglieder des bfg (und deren Kinder) können ab sofort wie die Mitglieder anderer Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften die Annehmlichkeiten von Schul- und Arbeitsbefreiung in Anspruch nehmen. Es genügt dafür der formlose Antrag bei Arbeitgebern und Schulen. Vorlagen für den Antrag stellt der bfg Bayern sowie seine Ortsgemeinschaften in 12 bayrischen Städten auf Wunsch gerne kostenlos zur Verfügung. Die reguläre Mitgliedschaft im bfg kostet jährlich je nach Ortsgemeinschaft ca. 50€ pro Jahr, es gibt aber auf Antrag auch kostenlose Betreuungsmitgliedschaften. Die Mitgliedschaft im bfg hilft den Mitgliedern auch, das „Besondere Kirchgeld" zu vermeiden, mit dem Konfessionslose in sogenannten „glaubensverschiedenen Ehen" durch die Hintertür die christlichen Großkirchen finanzieren müssen.

Erwin Schmid (bfg Bayern)

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Herzlichen Glückwunsch!

Bei der Bundesversammlung des Bundes Freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD) am 2. November 2013 in Ludwigshafen erhielt der wiedergewählte Präsident Rainer Schrauth, Mannheim, das goldene Ehrenzeichen des Bundes am blauen Band.  
Der ebenfalls wiedergewählte Vizepräsident Siegward Dittmann, Ludwigshafen, bedankte sich bei Rainer Schrauth für den langjährigen und unermüdlichen Einsatz, den dieser für den BFGD geleistet habe. Seit zehn Jahren stehe er dem Bund als Präsident zur Verfügung, noch länger sei er außerdem Präsident der Freireligiösen Landesgemeinde Baden,  er sei ein Mensch, dem ehrenamtliches Engagement eine innere Verpflichtung sei. Die Delegierten begrüßten die vom Präsidium im Stillen vorbereitete Ehrung einhellig.

Renate Bauer


Siegward Dittmann (rechts) beglückwünscht BFGD-Präsident Rainer Schrauth zur Ehrung.

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Nie wieder Verfolgung und Vernichtung!
Erklärung des Humanistischen Freidenkerbundes Brandenburg e.V.
zur sog. "Reichskristallnacht"

Am 9. November jährt sich zum 75. Mal die massive Verfolgungsaktion von Juden durch Hitler-Deutschland. In der sogenannten "Reichskristallnacht" im Jahr 1938 verwüsten und plündern deutsche Polizei- und SA-Truppen jüdische Wohnungen und Geschäfte; sie ruinieren, diskriminieren und verletzen deutsche Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischer Herkunft im gesamten Deutschen Reich. Fast alle Synagogen werden niedergebrannt. Sehr viele jüdische Menschen werden in Konzentrationslager verschleppt und dort gequält.
Die „Reichskristallnacht" leitet eine neue Phase des nationalsozialistischen Terrors gegen die jüdische Bevölkerung ein, deren Ziel dann die "Endlösung" der Judenfrage sein soll. Dieses größte Verbrechen des Nazi-Regimes hat die Ausrottung der jüdischen Menschen zum Gegenstand. Es fehlen die Worte, das Ausmaß dieses Vorhabens und vor allem seiner Realisierung auszudrücken. Der Völkermord des Hitlers-Regimes übersteigt jedes Fassungsvermögen humanistischen Denkens.
Besonders in den Novembertagen dieses Jahres gedenken auch Freidenker und Humanisten in Schmerz und Trauer der vielen jüdischen Opfer der „Reichskristallnacht", ja der Millionen Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung und –vernichtung. Nie wieder darf sich in Deutschland oder in einem anderen Land auf unserer Erde jemand über andere erheben, nur weil ein anderer Glaube oder eine andere Lebensauffassung existiert. Jeder Religion und Weltanschauung ist – sofern sie nicht extremistisch oder inhuman ist – mit Toleranz zu begegnen. Die Herkunft eines Menschen darf nie Grund für Ausgrenzung, Plünderung, "ethnische Säuberungen", Vertreibung oder Vernichtung sein.
Wir fordern alle Menschen – unabhängig von ihren religiösen und weltanschaulichen Bekenntnissen bzw. ihrer Welt- und Lebensanschauung – auf, sich gegen diejenigen Kräfte der Gegenwart zu vereinen, die faschistisches, rassistisches und antisemitisches Gedankengut pflegen und verbreiten, die Gewalt und Fremdenhass säen und die Juden- oder Ausländerfeindlichkeit erzeugen. Nutzen wir alle politischen, rechtlichen und ethischen Mittel, damit nie wieder eine "Reichskristallnacht" entstehen kann, damit nie wieder rechtsextremistische Kräfte über das Leben anderer bestimmen oder es gar vernichten.

Dr. Volker Mueller
Vorsitzender

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Freidenkerbund auf der Hochzeitsmesse in Paaren/Glien mit seinen Angeboten für eine Humanistische Ehefeier

Die Humanistische Ehefeier mit einer weltlichen Trauung und einem zeremoniellen Hochzeits-Fest zur Eheschließung ist ein noch wenig bekanntes Angebot des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland e.V. (HFH), kann aber auf einige sehr schöne Erfahrungen zurückgreifen. Auf der Hochzeitsmesse, die im MAFZ Paaren/ Glien am 20.10.2013 durchgeführt wurde, fand das vom HFH präsentierte Angebot gute Aufmerksamkeit und viele Interessenten. ... hier weiterlesen

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Zu Besuch bei Freunden –
Freidenker-Jugendgruppe war in Indien

Eine elfköpfige Jugendgruppe mit zwei Betreuern aus dem Havelland war vom 29. September bis zum 13. Oktober 2013 im Rahmen des Jugendaustauschprogrammes des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland e.V. (HFH) wieder in Andhra Pradesh/ Südindien. Seit 1996 gibt es einen fruchtbaren und kontinuierlichen Jugendaustausch mit der Partnerorganisation des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland, dem Atheist Centre in Vijayawada.
Höhepunkt war der von der Deutsch-Indischen Jugendgruppe durchgeführte mehrtätige Workshop in Vijayawada unter dem Motto „Wir haben die grünen Zügel in der Hand. Für unsere Erde mit Liebe und Verstand“ zum Umweltschutz.  Zentrale Themen des Workshops waren „Wasser als natürlicher Rohstoff“, „Alternative Energien“, „Müllproblematik in der Welt“ und „Atomenergie“. In mehreren Kleingruppen wurden kreative und konstruktive Ergebnisse erarbeitet, die in einer Abschlusspräsentation vorgestellt wurden. So entstanden beispielsweise ein Monster aus Müll, eine Wasserfilteranlage aus alten Trinkflaschen, eine Comicgeschichte und ein Theaterstück. Neben dem Workshop besuchten die Jugendlichen auch ökologische Projekte in der Region, z.B. ein Dorf, in dem Trockentoiletten eingesetzt werden, die als Modellprojekt für andere Dörfer dienen soll. Statt Chemikalien können die gewonnenen Endprodukte später in der Landwirtschaft eingesetzt werden.
In den weiteren Aktivitäten und Interaktionen, insbesondere beim Besuch einer dörflichen Schule, einer Universität und mehrerer sozialer Projekte (z.B. der Besuch eines Resozialisierungsprojektes) konnten das andere Land INDIEN und ihre Menschen kennen gelernt werden, vor allem Verständnis für die fremden Kulturen, Religionen und Weltanschauungen, soziale Lebenssituationen, das Bildungssystem und Lerneinstellungen, das Verhältnis von Mann und Frau, das indische Kastensystem sowie Armut und Reichtum als krasse Gegensätze. Fakten des Lebens, die sonst nur aus Schule, Fernsehen, Computer oder vom Hörensagen gekannt werden, wurden direkt erfahren. Ein freudiges Wiedersehen gab es mit vielen Jugendlichen, die ein Jahr zuvor am Jugendaustauschprojekt in Deutschland teilgenommen hatten.
Der humanistische Jugendaustausch hat den jungen Leuten aus Deutschland und Indien die Möglichkeit gegeben, miteinander in Kontakt zu treten, um ihr Verständnis für eine andere Lebensgestaltung zu fördern und ein tolerantes Miteinander über ihre nationalen und sozialen Grenzen hinaus zu leben.
Die Reise wurde durch das Landesjugendamt mit Mitteln des Bundesjugendplans, des Jugendamtes Havelland, der Jugend-, Kultur-, und Sportstiftung der MBS und durch mehrere Spenden gefördert.
In verschiedenen Veranstaltungen in Brandenburg werden die Erlebnisse und Erfahrungen in Indien, vor allem mit der Jugend, präsentiert und umfassend ausgewertet.

Dr. Volker Mueller/ Lothar Becker

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Einladung zum Seminar:
Menschenrechte statt Extremismus
Die Entwicklung der Menschenrechte von Thomas Paine (1789) bis heute
13. – 15. Dezember 2013
Veranstalter: Jugend- und Familienbildungswerk Klingberg e.V.
gefördert durch: Bundeszentrale für politische Bildung, Unitarische Akademie, Stiftung Unitates

In unserem Seminar wollen wir der Frage nachgehen, ob die Menschenrechte eine gemeinsame ethische Basis aller Weltanschauungen und Religionen sein können. Dazu werden wir die Entwicklung der Menschenrechte von Thomas Paine bis zur Menschenrechtserklärung der UNO 1948 in Paris verfolgen.
Wir wollen uns der Frage stellen, ob diese Maßnahmen einen Fortschritt im menschlichen Miteinander erbracht haben. Sicher können wir in Deutschland gewisse positive Beispiele aufzeigen, wie z.B. die Integrationspolitik des Bezirksbürgermeisters des Berliner Stadtteils Neukölln, Heinz Buschkowski.. In Berlin ist es auch als erstem Bundesland gelungen, einen für alle Schülerinnen und Schüler verbindlichen Ethikunterricht an den allgemeinbildenden Schulen einzuführen, in dem die Kinder und Jugendlichen unterschiedlicher Kultur- und Religionszugehörigkeit über wichtige ethische Grundfragen ins Gespräch miteinander kommen. Andere Bundesländer gehen leider den entgegengesetzten Weg, indem sie einen eigenen Islamunterricht neben anderen Religionen zulassen, der die Kinder in wichtigen Fragen trennt und ein notwendiges Miteinander verhindert. Natürlich muss unsere Aufmerksamkeit auch auf die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland gerichtet werden.
Dabei sind es nicht nur die spektakulären Menschenrechtsverletzungen, die uns erschüttern, wie die Serienmorde von Anhängern der rechtsextremistischen Gruppe NSU an ausländischen Mitbürgern. Uns beunruhigen auch kleinere Menschenrechtsmissachtungen wie die Kündigung einer jungen Frau, die in einem kirchlichen Kindergarten arbeitete, der weitgehend durch öffentliche Mittel finanziert wird, weil sie ein uneheliches Kind erwartete. Nach Darlegung dieser Sachverhalte wollen wir Überlegungen anstellen, wie unsere Grundüberzeugung
verbreitet werden kann, dass die Beachtung der Menschenrechte eine ethische Basis in weiten Teilen der Welt sein können, die statt Extremismus ein friedliches Miteinander ermöglichen.
Zum ausführlichen Seminarprogramm bitte hier klicken.

Eike Möller (Unitarische Akademie)
Hauke Möllers (Bildungsstätte Klingberg)

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Der Bischof von Limburg geht uns alle an: DFW fordert Umsetzung des Grundgesetzes und Ablösung der Staatsleistungen
Seit mehr als zweihundert Jahren bezahlen deutsche Steuerzahler an die katholische und die protestantische Kirche sogenannte Staatsleistungen als Ausgleich für das in napoleonischer Zeit beschlagnahmte Kircheneigentum. Schon in der Weimarer Verfassung wurde eine Ablösung dieser Staatsleistungen verankert (Art. 138, Abs 1). Dieser Artikel wurde so ins Grundgesetz übernommen. Geschehen ist seither nichts.
So werden ca 450 Mio Euro pro Jahr (Tendenz steigend) auf der Grundlage dieses Gesetzes ausgezahlt, obwohl das Gesetz ein Ende dieser Zahlungen vorsieht. Damit können solche Prachtbauten wie die des Bischofs in Limburg vom Geld aller Steuerzahler finanziert werden, ohne dass ein Rechnungshof dies kontrolliert oder die Steuerzahler derartige Verschwender abwählen können.
Daher fordert der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften den neugewählten Bundestag auf, endlich den Auftrag des Grundgesetzes umzusetzen, eine Ablösung der Staatsleistungen gesetzlich zu beschließen und gemäß Artikel 140 GG ein Gesetz, in dem die Grundsätze zur Ablösung der Staatsleistungen festgelegt werden, zu verabschieden.

Renate Bauer

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Presseerklärung zu den neuen Richtlinien der EU bez. Religions- und Glaubensfreiheit im internationalen Bereich
Der DFW begrüßt nachdrücklich die am 24. Juni 2013 angenommenen Richtlinien der EU-Kommission, Komitee für internationale Beziehungen,  zum Schutz von Religions- und Glaubensfreiheit.

In diesen Richtlinien wird ausdrücklich auch der Schutz von Menschen ohne Religion oder mit anderen Anschauungen einbezogen. Religions- und Glaubensfreiheit wird als Recht des Einzelnen bekräftigt, Religionen oder Weltanschauungen sind nicht per se als schutzwürdig bezeichnet. Einschränkungen dieser individuellen Freiheit, die selbstverständlich auch das Recht zum Zusammenschluss umfasst, dürfen nur mit der Wahrung anderer Grundrechte anderer Menschen begründet werden, Bezugnahme auf eine öffentliche Moral dabei ist schon wegen der Vielfalt moralischer Anschauungen unzulässig.
Religiös begründete Verfolgung oder Diskriminierung anderer Menschen wegen deren Geschlechtszugehörigkeit, geschlechtlicher Orientierung oder Zugehörigkeit zu Minderheiten werden abgelehnt. Gemeinschaften dürfen ferner nicht die individuellen Rechte ihrer Mitglieder verletzen.
Nachdrücklich lehnen die Richtlinien auch die Einschränkung der Meinungsfreiheit  hinsichtlich Kritik oder Lästerung von Religionen oder Weltanschauungen ab, Blasphemie soll entkriminalisiert werden. Das Handeln der EU und ihrer Mitgliedsstaaten soll diese Grundhaltung zur Religions- und Glaubensfreiheit deutlich machen.
Der DFW fordert die Bundesregierung auf, diese Richtlinien konsequent ihrer internationalen Politik zugrunde zu legen. Auf diese Weise werden die Menschenrechte weltweit gestärkt.
Wir fordern sie in diesem Zusammenhang auf, Menschen, die aufgrund religiös-weltanschaulicher Kritik verfolgt werden, Asyl zu gewähren und sich auch in deren Heimatland für deren Rechte einzusetzen, so etwa für die atheistischen Blogger in Bangladesh.
Im Übrigen fordern wir, diese Richtlinien auch konsequent auf bestehende Gesetze der Bundesrepublik anzuwenden und deren Übereinstimmung mit diesen Richtlinien zu prüfen.  Dies gilt z.B.  für die Wahrung von Arbeitnehmerrechten bei Wechsel ihrer Religion bzw. bei Verlassen ihrer bisherigen Religionsgemeinschaft. Gegebenenfalls sind auch Vorschriften abzuschaffen, so sollte der sogenannte „Gotteslästerungsparagraph" 166 STGB gestrichen werden.

Renate Bauer (DFW-Präsidentin)

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Aufruf des DFW: 2013 – Jahr der Aufklärung

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. ruft auf, das Jahr 2013 zum Jahr der Aufklärung zu gestalten und sich intensiv mit den historischen und aktuellen Inhalten freien aufklärerischen Denkens und seinen gesellschaftlichen und weltanschaulichen Wirkungen zu beschäftigen. Anlass ist der 300. Geburtstag eines der schillerndsten und inspirierenden Köpfe der europäischen Aufklärung: Denis Diderot (1713 – 1784), der freidenkende Philosoph, Wissenschaftler, Schriftsteller, Dramatiker und Enzyklopädist. Aus der Zeit der Aufklärung heraus entwickelten sich die Geistesfreiheit, säkularer Humanismus und Menschenrechte.

Im Mittelpunkt der Befassung mit der historischen und aktuellen Aufklärung stehen

die Entwicklung und Proklamierung der Menschenrechte und die Durchsetzung der bürgerlichen Verhältnisse für „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ ... >>>weiter
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Neues Buch zum Jahr der Aufklärung:

Volker Mueller:
Denis Diderots Idee vom Ganzen und die „Encyclopédie“
Philosophische Voraussetzungen und Wirkungen

199 Seiten, kart., € 16,90, ISBN 978-3-943624-03-8
Erhältlich im Buchhandel oder direkt bei
www.lenz-verlag.de
Das vorliegende Buch würdigt den führenden französischen Aufklärer Denis Diderot und das große Werk der Aufklärung, die „Encyclopédie“. Zugleich ist es keine rein theoretische Abhandlung über die Aufklärung, sondern skizziert geschichtliche Abläufe und philosophische und literarische Reflexionen. Aktuellere aufklärungstheoretische Literatur ist mit einbezogen. Die Frage nach progressiven Traditionen der bürgerlichen Gesellschaft erhält in dieser Hinsicht eine spezifische Dimension, in der Denkfreiheit, Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit wesentlich sind. Damit soll auch ein Beitrag gegen das Vergessen des Erbes der Aufklärung, ihres neuen Denkens mittels Vernunft und Wissenschaften und ihrer Grenzen, ihrer Unabgeschlossenheit und ihrer kritischen Gegenwartsrelevanz im 21. Jahrhundert geleistet werden. Der 300. Geburtstag Diderots 2013 ist ein angemessener Anlass.
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Buchtipp – Neuerscheinung:
Anfang und Ende des individuellen menschlichen Lebens als humanitäre Herausforderung
Herausgegeben von Dieter Fauth, mit Beiträgen von Michael Meyer, Gerhard Rampp, Olaf Christensen, Wiltrud Mollenkopf, Theresia M. de Jong, Stephan Dorschner, André Martin, Philipp Schrögel, Erich Satter, Jan Bretschneider und Dieter Fauth. Schriftenreihe der Freien Akademie, Band 32, € 15,00, ISBN 978-3-923834-30-3. Erhältlich im Buchhandel oder bei www.lenz-verlag.de.
Lebensanfang und Lebensende markieren und „umrahmen“ bekanntlich das individuelle Dasein des Menschen in der Welt. Dazwischen liegt das Leben, das jeder Mensch nach seinen Anlagen, Fähigkeiten, Kräften, Umständen und Entwicklungspotenzialen gestaltet. Menschenwürde und Menschenrechte sind tragende zivilisatorische und ethische Grundlagen dafür. Sich gerade den wesentlichen Daseins- und Wertfragen der menschlichen Existenz zu widmen, ist ein herausragendes Anliegen der Freien Akademie.
Das vorliegende Buch erörtert eine Reihe von in Wechselwirkungen befindlichen naturwissenschaftlichen, medizinischen, philosophischen und ethischen Fragen des Beginns und Endes des Lebens des menschlichen Individuums. Zwei aktuelle Gesichtspunkte verstärken die Wichtigkeit dieser Betrachtungen: (1) Das heutige Wissen in den Bereichen Gentechnik und Medizintechnik ermöglicht es, menschliches Leben schier beliebig zu erzeugen und zu designen bzw. am Ende zu verkürzen oder zu verlängern. Dies wirft die ethischen Fragen auf, ob der Mensch tun soll, was er tun kann bzw. überhaupt wissen soll, was er nicht tun darf. (2) Die demografische Entwicklung in Deutschland mit einem Defizit an Geburten und einem großen Bevölkerungsanteil an Älteren lässt fragen, unter welchen Umständen in unserer Gesellschaft Kinder zur Welt kommen (müssen) bzw. ältere Menschen von der Allgemeinheit noch menschenwürdig versorgt werden (können). Hierbei sind gewiss auch ökonomische Aspekte (privater und volkswirtschaftlicher Art) von Bedeutung. Sowohl hinsichtlich der ethischen als auch der gesellschaftspolitischen Dimensionen des Themas bilden Lebensanfang und -ende einen zusammenhängenden Komplex
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