Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V.

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Herzlich willkommen auf unserer Homepage!

Wir freuen uns sehr über Ihren Besuch. Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) ist ein Zusammenschluss von Verbänden und Gemeinschaften in Deutschland, die für die Verwirklichung der in Artikel 4 des Grundgesetzes garantierten Freiheit des Glaubens, des Gewissens und des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses eintreten. Er setzt sich dafür ein, dass niemand wegen seiner Herkunft, seiner Lebensauffassung und seines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt wird. Der DFW steht als Vertreter freigeistiger, kirchenfreier Menschen ein für Humanismus, Toleranz und Menschenrechte, für ein friedliches Zusammenleben der Menschen unabhängig von ihren religiösen, weltanschaulichen und politischen Anschauungen und für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung – schreiben Sie uns einfach eine E-Mail.

Ihr Präsidium des
Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften

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Der neue pfw Ausgabe 2/2016 ist da.
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Die EME Regionalkonferenz (Europe and Middle East/Europa und Mittlerer Osten) der IARF (International Association of Religious Freedom) findet in diesem Jahr 2016 vom 22. bis 25. August in Tetovo, Republik Mazedonien, statt. Gastgeber sind der Bektashi-Orden in Zusammenarbeit mit dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR). Die Regionalkonferenz wird vier-jährlich abgehalten und beschäftigt sich diesmal mit dem Thema:
Religion und Konfliktprävention
Das Programm und die Anmeldemöglichkeit finden Sie hier:
Oder Sie senden das ausgefüllte Formular an luke@iarf.net.
Achtung: Teilnehmer aus Deutschland können sich um Kostenzuschüsse bewerben bei der DMi, der deutschen Regionalgruppe der IARF. 
Kontakt: Pascal Schilling, p.schilling@freireligioese-offenbach.de 
oder Wolfgang Jantz wolfgang.jantz@unitarier.de
Wytske Dijstra (links) folgte der Einladung der Bektashi in Mazedonien an den Tisch des Dedebaba (Abt)
Wolfgang Jantz, Unitarier, Annelies Trenning, IARF, Fatime Sulejmani, Bektashi, und Wytske Dijstra, IARF, auf dem Unitariertag 2015
Annelies Trenning und Wytske Dijstra stellen das Buch „A Light of Guidance“ von Arben Sulejmani vor
Neben Besuchern aus vielen Ländern Europas durfte der Unitariertag 2015 auch eine Vertreterin des Bektashi-Ordens, Fatime Sulejmani, begrüßen (ganz rechts)
Brücke der Religionen: Fatime Sulejmani macht aufmerksam auf die Bektashi und ihre Lebenssituation zwischen Islam und Christentum (Unitariertag 2015 in Worms). Kontakt: fatimesulejmani@hotmail.deKaiserwall 9, 45657 Recklinghausen
Der Bektashi-Orden in Mazedonien
An der Schnittstelle von Orient und Okzident, aus der Begegnung von Christentum und Islam, hat sich auf dem Balkan eine eigene Lebens-, Kultur- und Religionsvorstellung entwickelt: Der Bektashi-Orden. Die Bektashi verstehen sich eher als Glaubensrichtung und formieren sich erst nach und nach als feste Konfession, die von mönchsähnlich lebenden Derwischen geleitet wird. Sie lehren einen toleranten Islam und widersetzen sich der Vereinnahmung durch eine große Konfession.
Erst seit Kurzem sind die Bektashi Mitglied beim IARF. Wytske Dijstra, die Vorsitzende der IARF Regional Gruppe Europa und mittlerer Osten, und Annelies Trenning vom Niederländischen Chapter haben unsere neuen Freunde in Mazedonien besucht.
 
Das ECCHR
Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) ist eine gemeinnützige und unabhängige Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Berlin. Sie wurde 2007 von einer kleinen Gruppe renommierter Menschenrechtsanwälte gegründet, um die Menschenrechte, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie anderen Menschenrechtsdeklarationen und nationalen Verfassungen garantiert werden, mit juristischen Mitteln zu schützen und durchzusetzen. Dabei fühlen wir uns dem kreativen und effektiven Gebrauch des Rechts als Motor für gesellschaftliche und soziale Veränderungen verpflichtet. Das ECCHR will Menschenrechtsanwälte und Menschenrechtsaktivisten weltweit besser vernetzen, um ihr Wissen und ihre Erfahrung im Kampf um Menschenrechte auszutauschen und gemeinsam Strategien über die Grenzen hinweg zu entwickeln.
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Der neue § 217: Unverhältnismäßig – Schlecht begründet – Unnötig!
Die acht im „Bündnis für Selbstbestimmung bis zum Lebensende“ vertretenen humanistischen Organisationen Deutschlands sind besorgt über die Folgen des im Dezember 2015 in Kraft getretenen Strafgesetzes zur geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung. Sie lehnen dieses Gesetz[1] nach wie vor als schlecht begründet und unverhältnismäßig strikt ab.
 
Suizidbeihilfe nur noch in Einzelfällen erlaubt
Auch mit dem neuen Paragraphen 217 StGB bleibt die Selbsttötung an sich straffrei. Bislang galt im deutschen Recht der Grundsatz, wonach die Beihilfe zu einer straffreien Tat ebenfalls straffrei ist. 
Diesen sinnvollen Grundsatz hat der Gesetzgeber in rechtswidriger Weise missachtet: Die Straffreiheit der Beihilfe zum Freitod gilt nur noch für Einzelfälle. So darf nun bei einem selbstbestimmten Freitod nur noch straffrei helfen, wer mit dem Sterbewilligen verwandt oder eng befreundet ist, unabhängig von seinen Qualifikationen und Gründen für eine derartige Hilfe.
Angehörige und Freunde sind auch von Strafe ausgenommen, wenn sie den Schwerstkranken zum Freitod in die Schweiz begleiten. Der teure Weg in die Schweiz, der zudem beizeiten -„vor der Zeit“ - anzutreten ist, steht jedoch nur Wenigen offen.
Es ist davon auszugehen, dass diese Straffreiheit nicht gilt für Gesprächsangebote durch Organisationen oder Ärzte zu Suizidgedanken oder -vorhaben, wenn diese bestärkt bzw. der Wunsch nach Hilfe zur Selbsttötung dabei gefördert wird.
 
Erhebliche Verunsicherung durch das neue Gesetz
Unser „Bündnis für Selbstbestimmung bis zum Lebensende“ sieht seine Befürchtung bestätigt, dass die Aufnahme des Straftatbestandes „Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung“ in das Strafgesetzbuch bei Patienten und Ärzten zu erheblichen Verunsicherungen geführt hat. Denn „geschäftsmäßig“ handelt bereits, wer etwas wiederholt und organisiert tut, auch wenn kein finanzielles Interesse vorliegt.
Ein offenes Gespräch mit Suizidwilligen ist unter diesen Umständen kaum möglich. Dies gilt für Ärzte ebenso wie für Hilfskräfte, die z.B. auf Palliativ- oder Hospiz-Stationen mit Suizidwünschen konfrontiert werden. Und: Machen sich Kliniken, Hospize oder Heime strafbar, die Sterbefasten dulden oder ermöglichen?
Unklar ist ebenfalls, wie weit palliativ tätigen Ärzten eine Förderung der Selbsttötung unterstellt werden kann, wenn sie ihren Schmerzpatienten, z.B. über das Wochenende, ausreichende Mengen an Schmerzmitteln überlassen, mit denen bei entsprechender Dosierung auch eine Selbsttötung möglich wäre.
Vertreter von in der Schweiz auch für Ausländer tätigen Sterbehilfe-Organisationen haben jüngst öffentlich erklärt, dass sie „keinen Fuß auf deutsches Gebiet mehr setzen werden“. Sie fürchten, dass ihre in Deutschland gegebenen Informationen über ihre Hilfe in der Schweiz als Werbung gedeutet und als „geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung“ strafrechtlich verfolgt werden könnten.
 
Der Gang zum Verfassungsgericht ist nötig 
Es ist nicht abzuschätzen, wie weit die Rechtsprechung im konkreten Fall dem Wortlaut des Gesetzes oder den in der Gesetzesbegründung dargelegten Zwecken folgen wird. Die dadurch für alle Beteiligten geschaffene Rechtsunsicherheit ist mit dem verfassungsmäßigen Bestimmtheitsgebot unvereinbar. Ein Urteil, das von der überwiegenden Mehrheit der deutschen Strafrechtswissenschaftler/-innen geteilt wird. Das hat auch der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages unterstrichen.
Inzwischen hat Sterbehilfe Deutschland Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Weitere Klagen durch renommierte Strafrechtsprofessoren und Ärzte sind angekündigt.
Das Bündnis unterstützt die von verschiedenen Organisationen und Einzelpersonen eingereichten oder vorgesehenen Verfassungsbeschwerden gegen den § 217 des StGB beim Bundesverfassungsgericht.
Die dem Bündnis angehörenden Organisationen werden sich in ihrer Tätigkeit vorerst an das Gesetz halten. Sie werden aber in ihrer Beratungstätigkeit nicht darauf verzichten, neben den in Deutschland legal verfügbaren Optionen für ein selbstbestimmtes Lebensende auch auf die im Ausland bestehenden Hilfsmöglichkeiten hinzuweisen.
 
Das Gesetz schützt nicht, sondern es knebelt
Die Sorge, Menschen könnten durch „Manipulation und Beeinflussung“ zu einem Suizid gedrängt werden, nehmen wir ernst. Die Antwort des Gesetzgebers, ein Verbot jeglicher geschäftsmäßiger, also wiederholt angebotener Hilfe für Sterbewillige, schützt jedoch nicht vor einer möglichen Bedrängung durch Nahestehende. Darüber hinaus beraubt es den ernsthaft zur Leidensverkürzung durch Freitod entschlossenen Menschen nahezu jeder professioneller Hilfe. Damit werden Ängste vor dem Sterbeprozess nicht abgebaut, sondern im Gegenteil werden unkontrollierbare, verzweifelte, Dritte gefährdende Freitodversuche noch zunehmen.
Dieses Gesetz basiert auf einer in der christlichen Tradition verankerten, längst überholten  Verurteilung der Selbsttötung und dient v. a. der Durchsetzung kirchlicher Sozialethik. Aber es trägt dem Bedürfnis und dem Recht der Bevölkerung unseres Landes auf ein selbstbestimmtes Sterben nicht Rechnung.
Das strafrechtliche Verbot organisierter Suizidbeihilfe ist daher aufzuheben!
Berlin, im April 2016

Das „Bündnis für Selbstbestimmung bis zum Lebensende“ wurde 2014 gegründet. Es besteht aus: Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern, Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e. V. (DFW), Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e. V. (DGHS), Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), Humanistische Union (HU), Humanistischer Verband Deutschlands (HVD), Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten e. V. (IBKA), Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO). 


[1] Im Wortlaut des Suizidbeihilfegesetz § 217 StGB heißt es: „(1)Wer in der Absicht, die Selbsttötung eines anderen zu fördern, diesem hierzu geschäftsmäßig die Gelegenheit gewährt, verschafft oder vermittelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Als Teilnehmer bleibt straffrei, wer selbst nicht geschäftsmäßig handelt und entweder Angehöriger des in Absatz 1 genannten anderen ist oder diesem nahesteht.“
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"Wach auf Europa!"
Unterzeichne die Online-Petition der EHF, um die Demokratie in Ungarn zu schützen!
Übersetzung des Statements (siehe Video rechts) von Pierre-Arnaud Perrouty (Europäische Humanistische Föderation, EHF):
Wake up Europe!
Das Ziel dieser Petition ist es, europäische Werte zu schützen. Seit 2010 und der Machtübernahme hat die ungarische Regierung unter Victor Orban beständig die europäischen Werte verletzt, indem sie Gesetze veränderten, die Verfassung veränderten, eine Reihe von Entscheidungen im Gegensatz zu den Werten der Demokratie, der Menschenrechte trafen. 

Dadurch veränderte er die Gesellschaft in Ungarn umfassend und verschob die Macht und damit die Kontrolle in der Verwaltung und hat damit praktisch den Staat für seine Zwecke beschlagnahmt. So bitten wir darum, dass wir zur europäischen Kommission sagen: Nutzt die europäischen Verträge. In diesen Verträgen, die unterschrieben sind von allen Mitgliedsstaaten, werden Mechanismen zum Schutz der Rechtsstaatlichkeit in Europa zur Verfügung gestellt. Bis jetzt wurden diese Möglichkeiten nie genutzt. Daher bitten wir darum, der Europäischen Kommission zu sagen: Macht grundsätzlich eure Arbeit, schützt die Demokratie in Europa, schützt die europäischen Werte, achtet auf das, was in Europa geschieht, stellt sicher, dass ihr eine Untersuchung durchführt über die Situation in Ungarn, genau wie ihr es in Polen gemacht habt. Die Kommission begann eine Überprüfung von Polen im Januar 2016 und wir wollen genau das Gleiche für Ungarn haben.
 
Zwischentext: Vielen Dank fürs Zuhören, bitte unterzeichnet unsere Petition!
 
P.-A.: Humanisten haben diese Petition ins Leben gerufen, weil sie, wir, denken, dass Europa mehr als nur ein Markt ist. Europa steht für Werte, und was zur Zeit in Ungarn geschieht, läuft genau diesen Werten zuwider. Diese Petition, von Humanisten begonnen, wird von einer viel breiteren Bewegung als den Humanisten getragen, von vielen Zivilorganisationen unterstützt und von vielen Menschen, die europäische Werte schützen wollen. 
 
Wir haben Unterstützung auch in Ungarn, viele Menschen senden uns E-Mails mit dem Inhalt: Danke, endlich kümmert sich jemand um die Situation in Ungarn! Aber es ist dort auch schwierig für manche traditionellere Zivilorganisationen. Sie sagen uns, dass sie mit uns übereinstimmen, aber uns nicht öffentlich unterstützen können, denn in Orbans Ungarn herrscht eine Atmosphäre der Angst. Seine Regierung brachte es fertig, Angst zu verbreiten. Auch das ist sehr gefährlich und schadet der Demokratie in Europa sehr. 
 
Zwischentext: Heute in Ungarn und morgen in ganz Europa? Teilt unsere Seite mit euren Freunden!
 
P.-A.: Wir erhalten Unterstützung für diese Petition von Mitgliedern des Europäischen Parlamentes aus unterschiedlichen Ländern, sehr viel Unterstützung, aber weniger von der Hauptgruppe, der EPP, der Europäischen Volkspartei, denn das ist Orbans Partei und auch der Grund, warum die Untersuchung, die gegen Polen eingeleitet wurde, nicht gegen Ungarn vorbereitet wird. Denn die EPP schützt Herrn Orban, und das ist wirklich eine Schande, dass so etwas passiert. Der Schutz der Grundrechte kann nicht allein vom politischen Willen weniger abhängen. Natürlich wollen wir nicht, dass Ungarn die Europäische Union verlässt. Wir wollen nicht Druck auf die Menschen dort machen, wir wollen Druck auf die ungarische Regierung von Herrn Orban machen, denn sie bricht die europäischen Werte. Ungarn soll bei uns bleiben, aber Europa muss erkennen, dass seine Werte in Ungarn wirklich, wirklich in Gefahr sind, so wie auch heute schon in Polen und morgen vielleicht in weiteren Ländern. Wenn Europa viel Kraft, Geld und Aufmerksamkeit auf die Krise in Griechenland richten kann, ebenso auf die Krise der geflüchteten Menschen, dann muss Europa sich auch um das kümmern, was in den eigenen Mitgliedsstaaten geschieht und sich mit lauter Stimme zum Schutz der Grundrechte einbringen.  
 
Zwischentext: Vielen Dank für eure Unterstützung. Unterzeichnet bitte unsere Petition!
 

Die Online-Plattform, auf der die 1.000.000 Unterzeichnungen, die nötig sind, um die Petition einzureichen, gesammelt werden, ist bis November 2016 zugänglich. 

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Kochduell am Unitarischen Sonntag in Kassel
Kabssah versus Hessische Grüne Soße
06.04.2016 Am Unitarischen Sonntag im März 2016 hatte die Gemeinde Kassel zum Thema „Fremd und willkommen“ zu einer Begegnung der Gemeindemitglieder mit syrischen Flüchtlingen eingeladen, die im nahegelegenen Erstaufnahme-Lager auf die Bearbeitung ihrer Asyl-Anträge warten. Ermöglicht wurde dieses Treffen u.a. durch Spendeneingänge, die im Rahmen unitarischen Fundraisings für die Flüchtlingshilfe eingegangen sind. Auf dem vielfältigen Programm standen eine gemeinsame Trommel-Session als Auftakt, Handarbeit für eine Patchwork-Decke, Ostereier bemalen und ein interkulturelles Kochduell mit anschließender gemeinsamer Mahlzeit, sowie ein mehrsprachiges Ständchen zu einem 90. Geburtstag.
Karin und Wolf-Achim Bartsch kümmern sich seit Anbeginn der Flüchtlingskrise um Familien im Kasseler Erstaufnahme-Lager. Dabei haben sie eine Großfamilie aus Afghanistan besonders ins Herz geschlossen und hätten sie gerne im Unitarier-Haus begrüßt. Kurz vor der Veranstaltung mussten sie sich allerdings mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden, da die Familie im administrativen Vorgang einen Schritt nach vorne machen konnte und eine neue Unterbringung erhielt. Stattdessen hatte also eine Gruppe Syrer die Möglichkeit, mal aus dem Lager heraus zu kommen, Kontakt zu Einheimischen zu haben und sich für ein paar Stunden lang in Deutschland willkommen zu fühlen. Begleitet wurden die Gäste dankenswerter Weise von der marokkanischen Übersetzerin Keltoum Mager-Eddrihimi, die die gute deutsch-arabische Verständigung ermöglichte. Auch sprach der Medizin-Student Mohammad Saeed Alhalabi gut Englisch.
Musik ist eine internationale Sprache und so brauchte es keine Übersetzungen, um gemeinsam unter der Leitung von Barbara Schönewolf zu trommeln. Auf den von ihr mitgebrachten Bongos, Handtrommeln und Rasseln gab zunächst jeder seinen eigenen Herzschlag wieder, um sich dann verstärkt der Gruppe anzunähern. Es ist eine wunderbare Erfahrung zu erleben, wie aus anfänglicher „Kakophonie“ und klanglichem Durcheinander nach und nach ein harmonisches Orchester entstand. Schon nach wenigen Minuten zeigte sich auf den Gesichtern der Teilnehmer ein entspanntes Lächeln.
Nachdem eine gemeinsame Wellenlänge gefunden worden war, wurde gebastelt und vor allem gekocht. Unter der Leitung von Edda Scharf entstand Hessische Grüne Soße mit Bio-Salzkartoffeln als typisches regionales Gericht. Dem gegenüber stand Kabssah, ein Hühnchen-Gericht mit typisch-syrischen Gewürzen auf Reis, angerichtet von Alea Alkhider. Küchenfee Edda Scharf konnte nicht umhin anzumerken, dass die Gäste aus Syrien in der Küche sehr viel umsichtiger arbeiten als wir Einheimischen. Mit viel Genuss, interessanten Gesprächen und einem gemeinsamen Lied auf den Lippen klang der Unitarische Sonntag in Kassel aus.
Kerstin Salerno
 
Bild 1: Unitarischer Sonntag mit Spendenscheck aus dem Fundraising „Flüchtlingshilfe“ in Kassel.
Bild 2: Engagierte Köchinnen und ihre Helfer.
Bild 3: Saftige Kräuter für Hessische Grüne Soße.
Bild 4: Als angehender Arzt muss Mann mit Nadel und Faden umgehen können.
 
Syrisches Rezept für Kavssah
Reichlich Öl im Topf erhitzen, Stücke vom Hähnchenfilet darin anbraten, sofort folgende Gewürze dazu geben (jeweils ca. 2 Teelöffel): Zimt, geriebene Nelken, Curry, Salz, schwarzen Pfeffer sowie die fertigen Gewürzmischungen Ras el Hanout und Berbere. Gut umrühren und garen lassen. Basmati-Reis kochen. Die gegarten Hähnchen-Stücke aus dem Topf nehmen und einzeln in Öl wenden. Den Reis mit der verbliebenen Soße mischen und auf einem großen Fleisch-Teller verteilen. Die Hähnchen-Stücke auf dem Reis anrichten und das fertige Gericht servieren.
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Humanistischer Verband Deutschlands (HVD), Giordano Bruno Stiftung, Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten, Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V., Bund für Geistesfreiheit und Jugendweihe Berlin/Brandenburg e.V. gestern mit dem BuVo getroffen, sehr gutes Gespräch zur aktuellen Wertedebatte, Gleichbehandlung Konfessionsloser und Pluralität geführt! 
Bettina Jarasch
Mitglied des Vorstandes bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 
und Landesvorsitzende bei Bündnis 90/Die Grünen Berlin
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Geburtstag des Jugendklubs in Brieselang
Anlässlich des 10. Jubiläums der freien Trägerschaft des Jugendklubs „Millennium“ in Brieselang, Wustermarker Allee 5, durch den  Humanistischen Freidenkerbund Havelland e.V. wollen wir feiern! Dabei blicken wir auf zehn aktionsreiche, fröhliche und erfolgreiche Arbeitsjahre zurück, in denen wir mit den Jugendlichen und der Gemeinde Brieselang ein produktives Miteinander gestalten konnten. Und wir haben noch viel vor.
Um uns bei allen zu bedanken, möchten wir gemeinsam eine Geburtstagsparty feiern. Die offizielle Geburtstagsrunde mit dem Bürgermeister, mehreren Unterstützern des Jugendklubs, dem Vorstand des HFH, dem Jugendklubrat und ehemaligen und gegenwärtigen jungen Jugendklubbesuchern ist am Samstag, dem 09. April 2016, von 16.30 bis ca. 18.00 Uhr.
Ab 19.00 Uhr wird dann für die jungen Leute eine Jugendklubparty mit guter Unterhaltung und Discomusik sein.
Dr. Volker Mueller
Vorsitzender 
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Geschichts-Workshop und Exkursion: 
„Jugend unter Hitler“
Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. hat für interessierte junge Leute einen zweitägigen Geschichtsworkshop zum Thema „Jugend unter Hitler“ in den Osterferien erfolgreich durchgeführt. 
Am ersten Tag wurde mit verschiedenen Materialien und Filmen das historische Wissen vertieft und Fragen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts in offener Weise diskutiert. Im Vordergrund standen der besondere Platz der Jugend in der Hitler-Diktatur, die psychologische Beeinflussung junger Menschen zwischen 1933 und 1945, die Geschichte des deutschen Faschismus und seiner Verbrechen sowie aktuelle Tendenzen des Nationalsozialismus.
Die Exkursion am zweiten Tag führte nach Berlin zu wichtigen Erinnerungsstätten und geschichtsträchtigen Orten. Mit eigener Führung wurden die Ausstellung  „Topographie des Terrors“ und die Ausstellung zum Holocaust-Mahnmal besucht. Am Mahnmal für die fast 6 Millionen ermordeten europäischen Juden wurde eine Gedenkminute eingelegt.
Dr. Volker Mueller
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Start der DGHS-Bevollmächtigten-Börse:
Neue Mitglieder-Leistung für Patientenschutz und Vorsorge
dgpd. Es kann einen schnell treffen. Plötzlich ist man durch Unfall oder eine Erkrankung nicht mehr in der Lage, einer empfohlenen medizinischen Maßnahme zuzustimmen oder sie abzulehnen. Das muss nun ein Betreuer oder ein Bevollmächtigter tun. Ist niemand bekannt, wird durch die behandelnden Ärzte im Krankenhaus beim Gericht ein gesetzlicher Betreuer beantragt. Dann entscheidet ein Fremder, der Ihren Willen nicht kennt. Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e. V. empfiehlt dringend, beim Erstellen der Patientenverfügung vorsorglich auch eine Vollmacht (für den Bereich Gesundheit und Aufenthalt) für eine Vertrauensperson zu hinterlegen, die Ihren Willen umsetzt, wenn Sie dazu nicht mehr in der Lage sind. Wer keine Vertrauensperson weiß, kann eine neue Mitglieder-Leistung der DGHS nutzen. In einer Bevollmächtigten-Börse werden Freiwillige, die eine Bevollmächtigung in Wohnortnähe übernehmen würden, mit Suchenden zusammengebracht. 
Und so funktioniert’s: 
Vereinsmitglieder, die sich als Bevollmächtigte ehrenamtlich zur Verfügung stellen würden, melden sich online (www.dghs.de) oder per Anruf. 
Die DGHS prüft die Daten, gibt Informationen, welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind und hilft im Konfliktfall.
Vereinsmitglieder, die eine/n Bevollmächtigte/n suchen, können auf www.dghs.de im „Service-Bereich für Mitglieder“ unter „Bevollmächtigten-Börse“ die Suchfunktion (nach Region, Alter, Geschlecht) auf einer Deutschlandkarte nutzen.
Was kostet dieser Service? Die Börse ist ein Angebot auf Gegenseitigkeit. Jedes DGHS-Mitglied kann sich als Bevollmächtigte/r registrieren lassen. Vorkenntnisse im Betreuungsrecht sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Für DGHS-Mitglieder ist die Vermittlung im jährlichen Mitgliedsbeitrag (zzt. mind. 50 Euro/Jahr) enthalten.
http://www.dghs.de/presse/presse-erklaerungen/presse-erklaerung/article/start-der-dghs-bevollmaechtigten-boerse.html
Wega Wetzel M.A.
Pressesprecherin DGHS e.V.
Tel: 0 30/21 22 23 37-22/-15
Fax: 0 30/21 22 23 37-77
E-Mail: wega.wetzel@dghs.depresse@dghs.de
Internet: www.dghs.de
Facebook: www.facebook.de/DGHSde
twitter: www.twitter.com/DGHSPresse
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Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e.V.
Kronenstraße 4 * 10117 Berlin
Sitz des Vereins: Berlin; Amtsgericht Charlottenburg, VR 30155 B * Präsidentin: Elke Baezner
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Die Freireligiöse Gemeinde Mannheim lädt ein zur Feierstunde

am
Sonntag, den 24. April 2016,11:00 Uhr,
Carl-Scholl-Saal im Gemeindezentrum, L 10, 4-6

Der Quantenphysiker Dürr (1929 - 1914) vermochte es, moderne Erkenntnisse der Naturwissenschaft mit uralter Spiritualittit zu verknüpfen. Als ehemaliger Assistent von Werner Heisenberg, Friedens- und Umweltaktivist, bezeichnete er sich selbst als "liebenden Atheisten", mischte sich ein, fühlte sich mit großer Achtsamkeit und Neugierde "dem Ganzen" verbunden und formulierte damit Gedanken, die in Religion und Philosophie immer wiederkehren.
Es spricht Elke Gensler von der Freireligiösen Gemeinde Mainz

Musikalische Umrahmung:
Olga Orkin, Klavier, und Evgeni Orkin, Saxophon

Freireligiöse Gemeinde Mannheim
Staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft | Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gemeindezentrum : L 10, 4-6 | 68161 Mannheim | Ruf: 0621-126310
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Ankündigung der wissenschaftlichen Tagung der FA vom 5. bis 8. Mai 2016

Foto: Teilnehmer während der FA-Tagung 2015 in Schney

Die Freie Akademie wird ihre Tagung im Jahr 2016 wieder in der Frankenakademie Schloss Schney durchführen. Während der Tagung vom 5. bis 8. Mai 2016 werden wir im Rahmen von Vorträgen, Arbeitsgruppen und Diskussionsbeiträgen das Thema

„Religiöser Pluralismus und Deutungsmacht in der Reformationszeit"

behandeln. Damit wird ein Beitrag zur Vorbereitung des Luther-Jahres 2017 geleistet.

Mit der Entstehung neuer religiöser Deutungskonzepte in der Reformationszeit und deren Institutionalisierung in Konfessionskirchen verschärfte sich die Spannung zwischen religiösen Einheitsansprüchen und zunehmender religiöser Pluralität. Reformatoren wie Luther oder Calvin beanspruchten Deutungsmacht über die Bibelauslegung und setzten sie der Deutungshoheit der hergebrachten kirchlichen Institutionen entgegen. Indem sich Landes- und Stadtobrigkeiten bestimmte Deutungskonzepte zu eigen machten, konnten sie den zuvor schon im Gang befindlichen Ausbau eines landesherrlichen Kirchenregiments nachhaltig steigern. Gleichzeitig wirkte diese Entwicklung als Impuls zur weiteren Pluralisierung inner- und außerhalb der Konfessionen und strahlte auch auf andere Bereiche wie die Entwicklung der Kunst, des Rechts und der Naturwissenschaften aus. Individuelle Religion differenzierte sich in ein öffentliches Bekenntnis und eine privat gelebte religiöse Praxis.
Die Hauptvorträge dieser Tagung bedenken diese in der Reformationszeit aufbrechende Spannung zwischen den Bedürfnissen nach weltanschaulicher Einheit und nach Pluralität. Noch heute kommt diese Spannung z.B. einerseits in den Rufen nach „Minimalkonsens" und „Wertegemeinschaft" und andererseits in dem Bedürfnis nach Weltanschauungs- und Religionsfreiheit zum Ausdruck. Auf der Tagung thematisiert wird das Ringen in diesem Spannungsfeld (1) im Allgemeinen sowie bezogen auf (2) die katholische und evangelische Konfession, (3) die Sicht auf Juden und Judentum, (4) den Umgang des christlichen Abendlandes mit dem Islam, (5) die Rivalität zwischen kapitalistischen Monopolen und egalitären Wirtschaftsformen, (6) das angemessene naturwissenschaftliche Verständnis des Kosmos, (7) die persönliche Orientierung und Lebensführung ausgewählter Personen der ersten Hälfte 16. Jahrhunderts und (8) die heute angemessene Sicht auf die Reformationszeit.
Mit unserer Tagung möchten wir das Geschichts- und Demokratiebewusstsein fördern und das Verständnis für Toleranz und Freiheit stärken. Dabei werden wir - für unsere Gegenwart bedeutsame - Daseins- und Wertefragen interdisziplinär erörtern.
Seien Sie herzlich willkommen vom 5. bis 8. Mai 2016 in Schloss Schney, bei Lichtenfels. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an unserer sicherlich spannenden Tagung.

Dr. Volker Mueller (Präsident der Freien Akademie)
Prof. Dr. Ulrich Bubenheimer (Wissenschaftlicher Tagungsleiter 2016)


Freie Akademie e.V., 14612 Falkensee, Holbeinstr. 61

www.freie-akademie-online.de
E-Mail:
praesident@freie-akademie-online.de

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Drittes überregionales Treffen (ÜRT) freireligiöser und unitarischer Gemeinden im deutschsprachigen Raum
"Gemeinsam in die Zukunft blicken"
Vom 20.05. bis 22.05.2016 in der Frei-religiösen Gemeinde Offenbach K.d.ö.R. am Schillerplatz 1 in 63067 Offenbach am Main
Die Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen, der Wille zum Austausch von persönlichen Glaubens- und Weltanschauungsvorstellungen und das Zusammensein im Gefühl, nie die absolute Wahrheit für sich zu finden und zu beanspruchen, lässt uns zu einem weiteren überregionalen Treffen zusammenkommen.
Mit Toleranz und Neugier, die eng miteinander verwoben sind, wird dieses Wochenende zum Kennenlernen, Nachdenken und Selbstgestalten die große Thematik „Zukunft“ in den Mittelpunkt rücken. In verschiedenen Arbeitskreisen soll dieses Thema, aber auch anderes, Zeit und Raum zum Austausch und der gemeinsamen Erfahrungen geben. Jung und Alt können diskutieren und einander erklären, wie sie sich ihre Gemeinde oder Gemeinschaft vorstellen, was sie für Werte und Aufgaben mit ihr verbinden. Und natürlich soll es auch genügend Zeit zum gemütlichen und lockeren Beisammensein geben!  
 
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Hilfe statt Stacheldraht

„Weltweit sind über 60 Millionen Menschen Flüchtlinge und Vertriebene", so die UNHCR (Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen). Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen muss seine Hilfe wegen Geldmangels zurückfahren. Beide Organisationen errechnen einen kurzfristigen Bedarf von ca. 620 Millionen Euro. Der BFGD fordert die Regierungen der Welt, insbesondere Europas und die Bundesregierung auf, das UNHCR, das WFP und die mit diesen zusammen arbeitenden Organisationen umgehend mit ausreichenden finanziellen Mitteln auszustatten. Geld ist genug vorhanden, wenn alleine die EU jetzt 9 Milliarden Euro zur Verfügung stellen will.

Diese Hilfsgelder müssen sofort fließen und dürfen nicht in die Zukunft verschoben werden.

Es macht auch wenig Sinn, die europäischen Außen- oder Binnengrenzen mit Stacheldraht sichern zu wollen. Wir sind überzeugt, dass sich Menschen, welche aus extremen Notsituationen heraus auf einen langen, lebensgefährlichen Weg machen, von einem Stacheldrahtzaun nicht aufhalten lassen. Setzt das Geld ein, um den Menschen zu helfen und ihnen eine Zukunft zu geben.
Wir müssen Griechenland, Italien und der Türkei helfen, ihre Strukturen den Anforderungen der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen anzupassen. Wir lehnen es aber strikt ab, die Hilfen an die Türkei mit Zusagen für einen Beitritt der Türkei in die EU zu verknüpfen, ein Land, das gegen seine Bürger (Kurden) Krieg führt, in dem Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Menschenrechte mit Füßen getreten werden.
Wir müssen den Menschen, welche zu uns kommen und noch kommen werden, menschlich begegnen. Wir unterstützen die Bundesregierung bei der Absicht, auch zukünftig schutzsuchende Menschen willkommen zu heißen. Ziel muss es sein, dass die Flüchtlinge innerhalb von zwei Wochen bundeseinheitlich registriert sind und Asylverfahren nicht länger als 6 Monate dauern. Nur so ist eine sinnvolle Integrationsarbeit unserer Haupt- und Ehrenamtlichen möglich.
Mittel- und langfristig müssen die Fluchtursachen beseitigt werden. Das bedeutet für uns ein Überdenken der Entwicklungshilfe, des Welthandels einschließlich des Waffenexports.

Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands K.d.ö.R.

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Unitarier erinnern an das Toleranzedikt von Torda:
Wurzeln der Religionsfreiheit in Europa

Fast 450 Jahre religiöse Freiheit

Die Unitarier – Religionsgemeinschaft freien Glaubens – erinnern an das „Toleranzedikt von Torda", Siebenbürgen, das am 13. Januar 1568 erstmals im christlichen Europa die Religionsfreiheit aus staatlicher Sicht garantierte. Ausdrücklich als „recepta religio", also „anerkannte Religion", wurden die lutherische, calvinistische, katholische und unitarische Religion benannt. Niemand durfte an der Ausübung und Lehre gehindert oder wegen der Zugehörigkeit zu einer dieser Weltanschauungen verfolgt werden. Unitarier weltweit machen auf diese erstmalige Verankerung ihrer Überzeugungen im Staatsrecht aufmerksam.
Das geschichtlich Einzigartige an dieser siebenb
ürgischen Konfliktlösung war die Offenheit und Gewaltfreiheit, mit der man alle regional vertretenen Varianten der Reformation rechtlich die Existenz ermöglichte. Lutheraner, Calvinisten und Unitarier wurden neben der katholischen Kirche in die siebenbürgische Verfassung aufgenommen. Das Königreich Siebenbürgen gehörte damals zur Habsburger Monarchie.
Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Debatten rückt die Bedeutung dieses Gesetzesbeschlusses wieder ins Blickfeld der Betrachtungen. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das in  Artikel 4 die Freiheit des Glaubens und weltanschaulicher Bekenntnisse anerkennt und die ungest
örte Religionsausübung gewährleistet, ruht letztlich auch auf dem Fundament dieser Anfänge der Religionsfreiheit im 16. und 17. Jahrhundert.
Toleranz gegenüber dem Andersdenkenden ist eine der zentralen Überzeugungen der unitarischen Bewegung weltweit, die sich nicht nur auf religiöse Fragen erstreckt, sondern alle Aspekte des gesellschaftlichen und religiösen Lebens beeinflusst. Sie versteht sich als Gemeinschaft von Menschen, die eigenverantwortliches Denken und Handeln als sehr hohes Gut im zwischenmenschlichen Miteinander erachten. Dieser schöpferische Gedanke der Vielfalt wird von vielen Gemeinden in Deutschland und Europa gepflegt. Eine starke Ausbreitung erfährt der unitarische Toleranz-Gedanke in den U.S.A., wo viele Gemeinden der Unitarier beheimatet sind. Seit 1995 verbindet die ICUU (International Council of Unitarians and Universalists) als Dachverband die Unitarier in aller Welt, von den Khasi Hills in Indien bis nach Südafrika, und ermöglicht so einen verstärkten Einsatz für religiöse Toleranz. Die Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens - ist Gründungsmitglied der ICUU.
Aus diesem Toleranzgedanken heraus sieht die unitarische Religionsgemeinschaft es als dringend erforderlich an, einen modernen Religionsunterricht einzurichten. Er muss ein „Religionskunde-Unterricht" sein, der alle Religionen und Weltanschauungen grundsätzlich gleichberechtigt darstellt und auf ihre Vereinbarkeit mit demokratischen Grundwerten untersucht. Dafür ist es notwendig, einen Anforderungskatalog zu erstellen, der Aspekte wie "Toleranz gegenüber anderen", "Respekt vor der Religionsfreiheit" und "Gleichbehandlung der Geschlechter" umfasst und überprüfbar macht.

Siehe auch:
http://event-effect.de/de/boulevard/dracula-und-preussenkoenig
https://de.wikipedia.org/wiki/Unitarische_Kirche_Siebenbuergen
https://www.unitarier.de


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Moderner Religionsunterricht gefordert
Große Sorge wegen antisemitischer Parolen

Es ist an der Zeit, an den Schulen einen modernen Religionsunterricht einzurichten, der alle Religionen und Weltanschauungen als gleichberechtigt darstellt und lehrt, die mit der Demokratie vereinbar sind. Auslöser für den Aufruf sind die Medienberichte über die antisemitische Hetze einer Muslimischen Gemeinde im Internet. Es besteht die große Sorge, dass ähnliche Äußerungen ihren Weg in den Islam-Unterricht an hessischen Schulen finden könnten.
„So sehr wir die zunehmende Vielfalt des religionskundlichen Unterricht an den Schulen in Hessen begrüßen, so sehr treibt uns die Befürchtung um, dass Objektivität und Toleranz der Religionen untereinander verloren gehen", konstatiert Wolfgang Jantz, Vorstandsmitglied der Unitarier, Landesgemeinde Hessen K.d.ö.R. Die Medienberichte der letzten Tage über antisemitische Parolen und türkische Koranzitate auf der Internetseite einer muslimischen Gemeinde in Hessen lassen die auf Toleranz und Zusammenleben ausgerichtete Religionsgemeinschaft freien Glaubens aufhorchen. Es wird die Besorgnis geäußert, dass antisemitische Inhalte auch im Islam-Unterricht an Hessens Schulen verbreitet würden. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob der Staat ausreichende Möglichkeiten hat, die mit dem Unterricht beauftragten Gemeinschaften zu überprüfen. Die Politik ist  gefordert, diskriminierende Botschaften von vorn herein zu unterbinden.
Jantz tritt ein für einen modernen Religionsunterricht im Sinne einer Religionskunde. Hier würde das historisch-organisatorische Wissen über andere Religionen im Vordergrund stehen und nicht so sehr die glaubensmäßigen und theologischen Inhalte, die ja auch im Zeitablauf Wandlungen unterlegen sind. Herablassende oder schmähende Äußerungen gegenüber anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sollten verboten werden und könnten einen Straftatbestand darstellen. Es könne aus Sicht der Unitarier nicht sein, dass wir als westliche Gesellschaft unsere Systeme für andere Religionen öffnen, und dann als Folge Demokratie und Toleranz missachtet werden. Demokratie, religiöse Toleranz und die Achtung von Recht und Gesetz sind unverletzlich.
Für einen religionskundlichen Unterricht ist es notwendig, einen Anforderungskatalog zu erstellen, der die Punkte wie "Toleranz gegenüber anderen", "Respekt vor der Religionsfreiheit" und "Gleichbehandlung der Geschlechter" aufführt und kontrollierbar macht. Die Unitarier haben sehr viel Erfahrung mit diesem Diskurs und stehen der Politik gerne beratend und mitarbeitend zur Seite.

Bild: Plädoyer für tolerante Religionskunde als Schulfach, die unterschiedliche Religionen und Weltanschauungen respektvoll nebeneinander stellt. (Foto vom Religionspolitischen Kongress von Bündnis90/DieGrünen Anfang 2015).
Foto: Kerstin Salerno

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