Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V.

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Herzlich willkommen auf unserer Homepage!

Wir freuen uns sehr über Ihren Besuch. Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) ist ein Zusammenschluss von Verbänden und Gemeinschaften in Deutschland, die für die Verwirklichung der in Artikel 4 des Grundgesetzes garantierten Freiheit des Glaubens, des Gewissens und des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses eintreten. Er setzt sich dafür ein, dass niemand wegen seiner Herkunft, seiner Lebensauffassung und seines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt wird. Der DFW steht als Vertreter freigeistiger, kirchenfreier Menschen ein für Humanismus, Toleranz und Menschenrechte, für ein friedliches Zusammenleben der Menschen unabhängig von ihren religiösen, weltanschaulichen und politischen Anschauungen und für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung – schreiben Sie uns einfach eine E-Mail.

Ihr Präsidium des
Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften

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>>> pfw 2/2017

  • Ankündigung der wissenschaftlichen Tagung der Freien Akademie vom 25 bis 28. Mai 2017: Macht der Bilder, Macht der Sprache
  • EUT 2017: Glaube ohne Grenzen? Europäischer Unitariertag in Ulm/Neu-Ulm, 2.-5. Juni 2017
  • Stellungnahme der Freireligiösen Gemeinde Krofdorf-Gleiberg, Gießen und Wetzlar: Kein Gottesbezug in die hessische Verfassung
  • Horst Prem: Kein Gottesbezug in der Hessischen Verfassung
  • Vom Glück … so eine hervorragende Feierstunde genießen zu dürfen! – Beobachtungen zur Jugendfeierstunde 2017
  • Gemeindeversammlung: Vorsitzende und Stellvertreterin bestätigt, neuer Gemeinderat gewählt
  • Gemeindeausflug nach Karlsruhe am 16. Juli 2017!
  • Abruf der Patientenverfügung jetzt auch über Notfall-QR - DGHS verbessert Online-Abrufbarkeit der Patientenverfügung
  • Mitgliederversammlung des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland


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Ankündigung der wissenschaftlichen Tagung der FA vom 25 bis 28. Mai 2017
Die Freie Akademie wird ihre Tagung im Jahr 2017 wieder in der Frankenakademie Schloss Schney, bei Lichtenfels durchführen. Während der Tagung wird im Rahmen von Vorträgen, Kurzreferaten und Diskussionsbeiträgen das Thema
„Macht der Bilder, Macht der Sprache“  behandelt.
Wir leben in einer Welt voller Bilder, alleine, wenn wir an die vielen Bilder denken, die durch die Werbung auf uns einströmen, oder die viele Zeit, die Menschen vor ihrem Computer oder ihrem Smartphon verbringen. Aber wir leben auch in einer Welt mentaler Bilder: von Vor-Stellungen, Simulationen, Erinnerungen. Angst und Freude sind von schlechten und schönen Bildern begleitet.
Die Rolle und die Bedeutung mentaler Bilder werden in den Wissenschaften unterschiedlich gesehen. Eine weitgehende These ist die „embodied-simulation-Hypothese“ in den Kognitionswissenschaften: Nach ihr beruht Sprechen und Denken grundlegend auf inneren, mentalen Bildern, die in der Regel unbewusst ablaufen. Reden bedeutet demnach, ein Bild vor dem „inneren Auge“ abzurufen und in Sprache zu kleiden. Zuhören und lesen heißt: durch die gehörte Sprache oder gesehenen Worte werden innere Vorstellungen aktiviert, auf die dann reagiert wird. Nach dieser These hängt die Macht der Sprache von ihrer Fähigkeit ab, kräftige innere Bilder im Adressaten hervorzurufen. Diese These kann durch phänomenologische Ansätze in der Philosophie fundiert und durch viele Befunde aus unterschiedlichen Feldern gestützt werden.
Auf der Tagung soll die Bildsprache des 20. und 21. Jahrhunderts in Werbung und politischem Spin, die Sprache des Rechtspopulismus und grundlegende Bilder im Reden über Soziales und die Wirtschaft thematisiert werden. Welche Rolle spielen mentale Bilder für Wahrnehmen und Erkennen, für den Zusammenhalt der Gesellschaft, für gesellschaftliche Prozesse?
Auf unserer Tagung werden Expertinnen und Experten aus den Kognitionswissenschaften, den Bildwissenschaften, der Philosophie und der Ökonomie zusammenwirken. Erwartet werden darf eine Synthese aus unserem fruchtbaren interdisziplinären Ansatz von Wissen, Information und Urteil. Das erscheint uns allerdings kaum anders möglich als durch einen fachlichen Diskurs, um Daseins-, Kognitions- und Kommunikationsfragen des Menschen zu verstehen und zu klären.
In Arbeitsgruppen besteht die Möglichkeit, sich speziellen Fragen des Themas zu widmen.
Seien Sie herzlich willkommen vom 25. bis 28. Mai 2017 auf Schloss Schney. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an unserer sicherlich spannenden Tagung. www.freie-akademie-online.de

Dr. Volker Mueller (Präsident der Freien Akademie)
Prof. Dr. Walter O. Ötsch (Wissenschaftlicher Tagungsleiter 2017)

Freie Akademie e.V., 14612 Falkensee, Holbeinstr. 61.
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Für die Jugendaustauschreise nach Indien anmelden!
Eine Jugendgruppe aus dem Havelland wird im Rahmen des Jugendaustauschprogrammes des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland e.V. (HFH) vom 22. Oktober bis 5. November 2017 nach Indien reisen. Die Reise wird durch das Landesjugendamt mit Mitteln des Bundesjugendplans und durch das Jugendamt Havelland gefördert; der Eigenanteil beträgt 400,00 €. Seit 1996 gibt es einen fruchtbaren und kontinuierlichen Jugendaustausch mit der Partnerorganisation des HFH im indischen Unionsstaat Andhra Pradesh, dem Atheist Centre in Vijayawada.
Der humanistische Jugendaustausch gibt Jugendlichen aus Deutschland und Indien die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten, um ihr Verständnis für eine andere Lebensgestaltung zu fördern und ein tolerantes Miteinander über ihre kulturellen und sozialen Grenzen hinaus zu leben. Die Aufnahme von Kontakten und Freundschaften, das Kennenlernen der Familien und die Einbindung der Jugendlichen in die aktuellen Lebensbedingungen vor Ort, lassen eine starke Verbundenheit entstehen und eine größere Sensibilität bei den jungen Leuten erfahren, welche diese in ihr eigenes Land wieder mitnehmen. Toleranz und Humanität stehen im Vordergrund.
Die diesjährige Jugendbegegnung steht unter dem Thema: Lebenslagen und Perspektiven junger Menschen – Jugendkulturen und Freizeitverhalten junger Menschen. Die deutschen und indischen Jugendlichen lernen dabei das jeweils andere Land und ihre Menschen kennen, vor allem Kultur, Religionen und Weltanschauungen, soziale Lebenssituationen, das Bildungssystem und Lerneinstellungen, das Verhältnis von Mann und Frau, das indische Kastensystem, Probleme der Ernährung und des Gesundheitssystems sowie Armut und Reichtum als krasse Gegensätze. Fakten des Lebens, die sonst nur aus Schule, Fernsehen, Computer oder vom Hörensagen gekannt werden, sind direkt erfahrbar. Die eigene Lebenseinstellung steht auf dem Prüfstand. In vielen humanistischen Interaktionen mit jungen Indern in Schulen und Jugendeinrichtungen, in sozialen Projekten und in abgelegenen Dörfern usw. und in gemeinsamer praktischer Arbeit wird das anfangs Unbekannte und Fremde zu etwas selbst Erlebtem und individuell Erfahrenem, zu einem freundschaftlichen Miteinander. Die teilnehmenden Jugendlichen erfahren ihre Eindrücke meist als "unvergessliche Erlebnisse", welche ihr Leben und ihre Lebensanschauung sehr stark beeinflussen. Ihre Weltsicht, ihr kultureller Horizont und ihre soziale Einstellung ändern sich.
Schwerpunkt werden die von der deutschen Jugendgruppe betreuten mehrtätigen Projekttage in einer Schule sein. Mit vielfältigen Bildungs-, Kultur-, Sport- und Freizeitaktivitäten soll eine gemeinsame Zeit des Kennenlernens und Fröhlichseins für junge Inderinnen und Inder mit uns gestaltet werden.
Wer von den jungen Leuten zwischen 16 und 25 Jahren aus dem Landkreis Havelland gern an der Jugendaustauschreise nach Südindien teilnehmen möchte, kann sich bewerben unter:
Humanistischer Freidenkerbund Havelland e.V., 4641 Nauen, Karl-Thon-Str. 42.
Dr. Volker Mueller     
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Buch der Freien Akademie zum Luther-Jahr erschienen
Der Band 36 der Schriftenreihe der FREIEN AKADEMIE mit dem Titel „Religiöser Pluralismus und Deutungsmacht in der Reformationszeit“ ist erschienen. Damit wird ein Beitrag zum Martin-Luther-Jahr 2017 geboten.
Mit der Entstehung neuer religiöser Deutungskonzepte in der Reformationszeit und deren Institutionalisierung in Konfessionskirchen verschärfte sich die Spannung zwischen religiösen Einheitsansprüchen und zunehmender religiöser Pluralität. Reformatoren wie Luther oder Calvin beanspruchten Deutungsmacht über die Bibelauslegung und setzten sie der Deutungshoheit der hergebrachten kirchlichen Institutionen entgegen. Indem sich Landes- und Stadtobrigkeiten bestimmte Deutungskonzepte zu eigen machten, konnten sie den zuvor schon im Gang befindlichen Ausbau eines landesherrlichen Kirchenregiments nachhaltig steigern. Gleichzeitig wirkte diese Entwicklung als Impuls zur weiteren Pluralisierung inner- und außerhalb der Konfessionen und strahlte auch auf andere Bereiche wie die Entwicklung der Kunst, des Rechts und der Naturwissenschaften aus. Individuelle Religion differenzierte sich in ein öffentliches Bekenntnis und eine privat gelebte Praxis. Die Beiträge dieses Buches bedenken diese in der Reformationszeit aufbrechende Spannung zwischen den Bedürfnissen nach weltanschaulicher Einheit und nach Pluralität.
Noch heute kommt diese Spannung z.B. einerseits in den Rufen nach „Minimalkonsens“ und „Wertegemeinschaft“ und andererseits in dem Bedürfnis nach Weltanschauungs- und Religionsfreiheit zum Ausdruck.
Reformation bezeichnet im engeren Sinn eine kirchliche Erneuerungsbewegung zwischen 1517 und 1555 bzw. 1648, die zur Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen führte. Die Reformation wurde in Deutschland überwiegend von Martin Luther (1483–1546), in der Schweiz von Huldrych Zwingli (1484 – 1531) und Johannes Calvin (1509 – 1564) angestoßen. Ihr Beginn wird allgemein auf 1517 datiert, als Martin Luther am 31. Oktober des Jahres seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben soll.
Die Reformation war einer der großen Wendepunkte in der Geschichte Europas und in der Geschichte des Christentums. Die Reformation revolutionierte nicht nur das geistliche Leben, sie setzte auch eine umfassende gesellschaftspolitische Entwicklung in Gang. Vorbereitet durch Luthers prinzipielle Trennung von Geistlichem und Weltlichem löste sich der Staat von der Bevormundung durch die Kirche, um nun seinerseits durch eine fürstenstaatliche Ausrichtung der Reformation die Kirche von sich abhängig zu machen. Doch auch dies stellte nur eine Übergangsphase in einer Entwicklung dar, die in vielen europäischen Ländern in die Trennung von Kirche und Staat mündete.
Es entwickelten sich im 16. Jahrhundert verschiedene Positionen in der Reformation, die hier beispielhaft in Beiträgen über Thomas Müntzer, Andreas Gronewald und Johannes Eck zum Ausdruck kommen. Weitere Buchbeiträge befassen sich mit der Zeit von Reformation und deutschem Bauernkrieg, mit Standpunkten zu Astronomie und Astrologie und mit Sichtweisen auf Juden und Judentum in der Reformationszeit.
Herausgeber des Buches sind Prof. Dr. Ulrich Bubenheimer und Dr. Dieter Fauth. Sie haben zugleich die wissenschaftliche Tagung der Freien Akademie im Mai 2016 zum gleichen Thema inhaltlich vorbereitet und geleitet. Das Buch beinhaltet die Beiträge und Ergebnisse dieser Tagung.
Autoren sind Ulrich Bubenheimer, Dieter Fauth, Dieter B. Herrmann, Fabian Scheidler, Günter Vogler und Alejandro Zorzin.
156 Seiten | Berlin 2017 | ISBN 978-3-923834-34-1 | 19,90 €
Das Buch ist über den Buchhandel, über Amazon, sowie direkt über www.lenz-verlag.de zu beziehen.
Die nächste Tagung der Freien Akademie findet vom 25.-28. Mai 2017 in der Frankenakademie Schloss Schney statt - Thema: "Macht der Bilder, Macht der Sprache" >>> Tagungsflyer
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EUT 2017: Glaube ohne Grenzen?
Europäischer Unitariertag in Ulm/Neu-Ulm, 2.-5. Juni 2017
Die Gemeinde Donautal der Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens (URFG) und die European Unitarian Universalists (EUU) laden alle Unitarier, Universalisten, Freireligiöse und Humanisten sowie Interessierte aus ganz Europa und darüber hinaus zum EUT, dem ersten Europäischen Unitariertag ein.
Wir wünschen allen Teilnehmenden ein anregendes, erfüllendes und freudiges Treffen. Wir hoffen außerdem, dass dieses Treffen wegweisend sein wird für weitere Veranstaltungen in der Zukunft. Für uns Unitarier hat Ulm eine gewisse Bedeutung. Hier wurde 1879 Albert Einstein geboren, von dem u.a. der Satz stammt: Wenn wir es nach den Wirren unserer Zeit schaffen sollten, den Geist der amerikanischen Verfassung zu erneuern, dann wird es in erheblichem Maße das Verdienst der mutigen Anstrengungen der Unitarier ... sein.“ Die amerikanische Verfassung hat ja bekanntermaßen unitarische Wurzeln. URFG und EUU werden ihre jeweiligen Mitgliederversammlungen am EUT abhalten. Wir laden befreundete Gruppen aus Europa dazu ein, sich aktiv am EUT zu beteiligen. Arbeitsgruppen und andere Aktivitäten sind herzlich willkommen.
„Glaube ohne Grenzen?“ – Das Tehma des EUT könnte aktueller nicht sein. Hier nun einige Beispiele: Flüchtlingskrise, wachsender Populismus, Brexit usw. Es scheint so, dass immer neue Grenzen gezogen werden. Nach unserem Verständnis sollte Religion helfen, Grenzen zu überwinden. Was können wir konkret tun, um Menschen, Kulturen und Gemeinschaften zu verbinden?
Neben diesem äußeren Aspekt hat unser Thema aber auch mit uns zu tun: mit Unitariern, Universalisten, Freireligiösen und Humanisten. Wir nehmen für uns in Anspruch, frei in Religion oder im Glauben zu sein. Bedeutet dies, dass man bei uns alles glauben kann? Ist unsere Religion beliebig oder gibt es doch Grenzen? Und wenn ja, wie ziehen wir diese?
Diesen und vielen anderen Aspekten des Themas wollen wir mit zwei Hauptvorträgen, Feierstunden, diversen Arbeits- und Aktionsgruppen, viel Musik und Spaß in der Gemeinschaft nachgehen. Hier einige Vortragsthemen aus dem Programm des EUT:
„Flexible Gläubige und die Suche nach einem neuen Wir“ (Prof. Manuela Kalsky) –  „Die Grenzen der Menschenwürde: Ist Demokratie mit der menschlichen Natur unvereinbar?“ (Rev. Dr. William F. Schulz), des weiteren Arbeitsgruppen, Ausflüge und Stadtführungen. Darüber hinaus gibt es ein Kinder- und Jugendprogramm.
Anmeldung und Info über www.eut-2017.org. Frühbucher bis 15.4.2017, letzter Anmeldetermin 15.5.2017.
Das EUT-Organisationskommittee
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Jai Insaan! Nachruf für Frau Mythri
Die bekannte Atheistin, Sozialreformerin, Frauenrechtlerin, Gandhi-Anhängerin und Leiterin des Atheist Centre in Vijayawada/ Indien, Frau J. Mythri  ist am 11. Februar 2017 verstorben. Mit ihr verliert die humanistische und säkulare Bewegung eine herausragende Vertreterin, die als Tochter der Gründer des weltweit ersten Atheistischen Zentrums, Gora und Saraswathi Gora, das Atheist Centre seit 2006 geführt und inspiriert hat.

Sie stand für Gleichheit, Humanismus und Zivilcourage, für Menschenrechte, gegen das Kastensystem und Diskriminierungen jeder Art. Sie hat mit ihren Vorträgen und Texten zur Verbreitung des liberalen Säkularismus beigetragen und hat mit ihrem großen Herzen die Lebensprobleme der Menschen aufgenommen und sich sozial engagiert. Gerade auch ihre Unterstützung hat den Humanistischen Deutsch-Indischen Jugendaustausch mit dem Humanistischen Freidenkerbund in Brandenburg in den letzten 20 Jahren wesentlich mit befördert.
Frau Mythri hat durch ihren Einsatz für die globale humanistische Bewegung, z.B. auf nationalen und internationalen Tagungen und den Weltatheismuskongressen, ihre freiheitlichen und rationalistischen Positionen liberal vertreten und verbreitet. Frau Mythri setzte sich stets für ein tolerantes und multikulturelles Miteinander in Frieden und Demokratie ein.
Frau Mythri wurde am 1. Dezember 1932 in Vijayanagaram in Andhra Pradesh/ Indien geboren. Als dritte Tochter von Gora und Saraswathi Gora hat sie frühzeitig den Kampf der Indischen Befreiungsbewegung Mahatma Gandhis aktiv miterlebt und sich gegen das Kastensystem, gegen Aberglauben, religiös motivierte Gewalt und Hexenverfolgungen und für die kulturelle und soziale Befreiung und Selbstbestimmung der Menschen, insbesondere der Frauen und Kinder eingesetzt. Ihr war es wichtig, sich für eine wissenschaftliche Welterklärung einzusetzen und den Geist der Menschenwürde in die Gesellschaft zu bringen.
Frau Mythri erhielt ihre Schulbildung in Machilipatnam. Später zog sie mit ihren Eltern und  Geschwistern nach Mudunur village im Krishna District. 1940 wurde dann dort das Atheist Centre gegründet, der sie mit ihren Geschwistern Manorama, Lavanam, Vidya, Vijayam, Samaram, Niyanta und Nau ihr Leben widmete.
Als Aktivisten der Quit India Movement wurden Mythris Eltern von den Briten zeitweilig inhaftiert. Mythri kümmerte sich in dieser Zeit auch um ihre Geschwister. Mahatma Gandhi trat Anfang der 40er Jahre in einen intensiven Austausch mit Gora und seiner Familie und lernte die atheistische Arbeit kennen. Auch Mythri lebte für einige Zeit auf Gandhis Einladung in seinem Sevagram ashram.
Nach der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 siedelte das Atheist Centre nach Vijayawada. Mythri gab das Wochenmagazin “Sangham“ (Society) in Telugu mit heraus. Sie unterwies Frauen in der Handhabung der Drucktechnik. Sie begann, auch in der Erwachsenenbildung für sozial Benachteiligte und in der Bildung und Erziehung der Kinder aktiv zu werden. Sie organisierte interreligiöse und kastenübergreifende Eheschließungen.
1961 startete das Sozialwerk des Atheist Centre „Vasavaya Vidyalaya“ mit einer säkularen Schule. Für 16 Jahre gestaltete Frau Mythri die Schule gemeinsam mit Frau Hemalata Lavanam, Herrn Niyanta und Frau Sumathi. Kinder und Jugendliche aus vielen Dörfern und Kleinstädten besuchten diese Schule. Im Vordergrund standen moderne wissenschaftliche Inhalte, Sprachen und allgemeine politische und soziale Bildung.
Hunderte von Frauen wurden im Atheist Centre unterrichtet. Sie erlernten Berufe, um wirtschaftlich selbstständig leben zu können. Frau Mythri war in den vielfältigen Aktivitäten der säkularen sozialen und Bildungsarbeit führend beteiligt. Sie erwarb ihren Master in Psychologie an der Benares Hindu University, Varanasi. In den Sozialwerken des Atheist Centre, Arthik Samata Mandal, Vasavya Mahila Mandali und Samskar, war sie bei integrativen sozialreformerischen Entwicklungen, Frauenförderungen und sozioökonomischen Reformen erfolgreich tätig.
Frau Mythri hat weiter journalistisch gearbeitet, vor allem bei der Herausgabe atheistischer Journals. Sie war Editor von “Nasthik Margam” (Atheistischer Weg) in Telugu. Auch an  Zeitschriften in Englisch („Atheist“) und in Hindi („Insaan“) war sie beteiligt.
In 1986 erhielt Frau Mythri als Vertreterin des Atheist Centre in Oslo den “International Humanist Award” von der International Humanist and Ethical Union (IHEU) für die säkulare Sozialarbeit. Frau Mythri unternahm Vortragsreisen in Europa und Nordamerika. Sie vertrat, wie ihr Bruder Lavanam, den Atheismus als einen positiven Lebensweg.
Mythri war die Säule aller Aktivitäten des Atheist Centre in den letzten 70 Jahren. Nach dem Tode von Gora (1975) und von Saraswathi Gora (2006) war sie die Hauptperson des humanistischen Zentrums in Andhra Pradesh mit ihren wissenschaftlichen, politischen, sozialen und Bildungsbestrebungen. Bei ihr liefen viele Fäden zusammen, die sie mit großem Herz und auf hohem intellektuellem Niveau als Netzwerk exzellent gestaltete. Sie erhielt unter anderem für ihr säkulares humanitäres Engagement den Potti Sriramulu Telugu University Award und den Kasinadhini Nageswara Rao Award.
Frau Mythri war eine Freundin, eine Leitfigur und eine Philosophin für viele Menschen. Sie hat unzählige Beiträge geschrieben und Vorträge gehalten, die bis heute inspirieren. Wir in Deutschland, die wir sie erleben konnten, wissen, was wir verloren haben. Wir trauern um eine Freundin, Schwester und Großmutter.
Ihr Leben ist eine Botschaft, vor allem für Menschenrechte, Freiheit und die Gleichstellung der Frau. Ihre Ideale werden in Indien und in der humanistischen Weltbewegung weiterleben.
Jai Insaan (Sieg der Menschen)!

Dr. Volker Mueller
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Interreligiöser Dialog fordert die Einführung eines Werteunterrichtes
Gemeinsame Presseerklärung der Alevitischen Gemeinde Mannheim (Cemevi) und der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz K.d.ö.R.

Herr Ahmet Yildirim, Herr Anil Cakar, Frau Janin Gürüz. Frau Marlene Siegel, Herr Baris Yilmaz (Vorsitzender Cemevi), Frau Renate Bauer (Landessprecherin FLG), Herr Siegward Dittmann (Präsident FLG), Frau Tuncel-Tülek (2. Vorsitzende Cemevi), Herr Hikmet Tas (v.l.n.r.)

Austausch über Gemeinsamkeiten und zukünftige Kooperation beim Treffen von Vertretern der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz mit dem Vorstand der Alevitischen Gemeinde der Metropolregion. Am Mittwoch, den 15. Februar 2017 trafen sich die Mitglieder des neugewählten Vorstandes der Alevitischen Gememeinde mit der Spitze der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz. Es war das erste Treffen zwischen den beiden Religionsgemeinschaften, und entsprechend groß war die Neugier der Beteiligten auf das Gegenüber.
„Wir waren des Öfteren bei Feierlichkeiten der Landesgemeinde zu Gast und haben uns gewundert, dass die Religionsgemeinaschaft nicht am Forum der Religionen in Ludwigshafen beteiligt ist“, erklärt der Vorsitzende des Alevitischen Kulturvereins e. V. Baris Yilmaz. „Deshalb haben wir das Gespräch mit den Freireligiösen gesucht, um ihre religiöse Weltanschauung kennenzulernen und den Grund zu erfahren, weshalb sie nicht am Forum beteiligt sind.“
Nach der Vorstellungsrunde war schnell klar, dass die Ideen und Ziele von Alevitentum und Freireligiösen in sehr vielen Punkten gleich gelagert sind: Der Mensch und ein gelebter Humanismus als Mittelpunkt der religiösen Handlungen, die Gleichstellung von Frauen, Ablehnung von Dogmen und die Überzeugung, dass jeder Mensch seinen Glauben eigenverantwortlich durch persönliche Bildung erfahren soll, respektvoller toleranter Umgang mit Angehörigen anderer Glaubensrichtungen sowie der Schutz der Natur sind für beide Religionsgemeinschaften prägende Wertvorstellungen.
„Wir haben im Gespräch eine große Schnittmenge zwischen unseren beiden Religionsgemeinschaften ausgemacht und können uns gut vorstellen, hier bei zukünftigen Kooperationen anzuknüpfen und gemeinsame Projekte, z.B. in der Jugendarbeit, bei Sonnwendfeiern oder zum Thema Menschenrechte zu realisieren“, so Siegward Dittmann, Präsident der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz.
Das Thema Religions- und einheitlicher Werteunterricht wurde ebenfalls breit diskutiert. „Der bekenntnisorientierte Religionsunterricht ist in unserem Grundgesetz unumstößlich verankert“, so Renate Bauer, Landessprecherin der Pfälzer Freireligiösen. „Die zunehmende Vielfalt unserer Gesellschaft verlangt nach neuen Inhalten. Wir brauchen zusätzlich einen einheitlichen Unterricht, in dem alle Religionen intensiv studiert werden.“ Ein bekenntnisorientierter Unterricht könne daneben wie gesetzlich verankert von den interessierten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften angeboten werden, wie es sowohl von freireligiöser wie auch alevitischer Seite schon geschehe, so Bauer weiter. Die stellvertretende Vorsitzende, Frau Tuncel-Tülek, betonte, man müsse die Kinder durch das Lernen über den Anderen für ein gutes Miteinander stärken.

Mannheim Cemevi, Alevitische Gemeinde Mannheim e.V.
Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz K.d.ö.R.
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Selbstbestimmt am Lebensende und im Krankheitsfall
HVD Bayern veröffentlicht Vorsorgemappe zur Patientenverfügung
Der HVD Bayern erweitert sein Service- und Beratungsangebot: Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Humanes  Sterben (DGHS) e. V. bietet der Verband ab Februar 2017 eine  Vorsorgemappe zur Patientenverfügung an. Kombiniert mit einem  entsprechenden Beratungsangebot steht der HVD Bayern seinen Mitgliedern so auch in schweren Stunden zur Seite.
Die neue Vorsorgemappe enthält unter anderem alle nötigen Formulare für eine Patientenverfügung. Sie erlauben es, individuelle Hinweise und Behandlungswünsche aufzuzeichnen. >>> weiterlesen
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Die Betonung der "religiösen Freiheit" lässt die Nicht-Religiösen im Stich - sagt der neue UN-Experte für Freiheit der Religion oder des Glaubens
Zu viele Leute haben "eng definierte Sichtweisen auf religiöse Freiheit", die zum Ausschluss von Humanisten, Atheisten und Nicht-Religiösen von Schutz durch Menschenrechte führen. Das ist die Ansicht des neu ernannten Experten für "Freiheit der Religion oder des Glaubens", Ahmed Shaheed. Shaheed, der früher Politiker auf den Malediven war, übernahm den Posten des UN-Sonderbotschafters für Freiheit von Religion oder Glauben am 1. November 2016. >>> weiterlesen
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Prof. Dieter Birnbacher ist neuer Präsident
Elke Baezner gab Amt nach acht Jahren ab
dgpd. Als neuen Präsidenten der Deutschen  Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e.V. wählten die Delegierten  der DGHS bei ihrer am Wochenende in Berlin abgehaltenen Delegiertenversammlung Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher (69).
Die Neubesetzung der obersten Funktion des Vereins war nötig geworden, da die bisherige Präsidentin Elke Baezner nach insgesamt acht Jahren nicht noch einmal kandidierte. Birnbacher ist der DGHS seit Anfang der achtziger Jahre verbunden. >>> weiterlesen

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DFW-Hauptversammlung hat neues Präsidium gewählt
Alle zwei Jahre findet die Hauptversammlung des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften statt. Eike Möller und Monika Hendlmeier stellten sich nicht mehr zur Wahl. Alle übrigen Präsidiumsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt: Renate Bauer (Präsidentin), Swaantje Schlittgen (Vizepräsidentin), Siegward Dittmann (Schatzmeister), Ortrun Lenz (Schriftführerin/PR) und als Beisitzer Silvana Uhlrich-Knoll, Ute Kränzlein und Norbert Weich. >>> weiterlesen
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Musik und Vorträge im Kino Krokodil
Bericht zur Matinee in Berlin am 6.11.2016
Anlässlich der Hauptversammlung des DFW vom 4.–6. November 2016 in Berlin hatten der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften und die Freireligiöse Gemeinde Berlin zu einer musikalisch-literarischen Matinee am Sonntag, dem 6. November 2016 um 10:30 Uhr ins Kino Krokodil, Greifenhagener Str. 32, 10437 Berlin gebeten. >>> ... weiterlesen
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Tagung in Breslau war ein voller Erfolg
Am 22. und 23. Oktober 2016 fand eine gemeinsame Konferenz des DFW mit den Rationalisten (PSR) in Breslau zum Thema: „Säkularismus und Pluralismus –Freidenker Breslaus als Vorreiter des interkulturellen Dialogs“ statt.
Über 40 Teilnehmer diskutierten an beiden Tagen über die Situation der säkularen Freigeister in Europa. Ausgehend von der „Geschichte der christkatholischen/freireligiösen Gemeinde in Breslau“ über „Menschenrechte im Dialog der Kulturen“, „Säkularismus und Islam“ bis zu „Europäische Werte und Säkularismus“ war der Bogen gespannt. Den Abschluss bildete am Sonntag ein Rundgang durch Breslau, an dem wir auch die ehemalige Feierhalle der stillgelegten Freireligiösen Gemeinde Breslau besuchten. In ihr predigte zu seiner Zeit Johannes Ronge. Einen Einblick in die Tagung bekommt man auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=AKb_HFL_AFQ
Es ist geplant, die gesammelten Vorträge als Sammlung ins Netz zu stellen, so dass Interessierte diese in Ruhe nachlesen können. >>> ... weiterlesen
Siegward Dittmann

Alte Feierhalle der Freireligiösen Gemeinde Breslau >>
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