Das Jahresgedankenkarussell und die Frage: Will ich das?

Dez. 15, 2025 | Blog | 0 Kommentare

von Silvana Uhlrich-Knoll | 15.12.2025

Ich ertappe mich selbst dabei, im meinem Alltag zwar sehr strukturiert vorzugehen, aber jede Ruhepause mit etwas zu füllen wie einen Weihnachtskalender. Es ist eine Art Beschäftigungskonsum. Wenn ich das Türchen „Essen“ öffne, lese ich nebenbei Nachrichten oder E-Mails, hinter der Tür wo „Kochen“ draufsteht, ordne ich nebenbei meine Unterlagen für den Tag. Wenn ich abends das Türchen „Couch“ wähle, beginnt meist nicht der entspannte Fernsehabend, sondern ich mache meine Vorbereitungen für den kommenden Tag, schreibe Artikel, E-Mails, kommuniziere mit Freunden, Familie und Kollegen.

Das ist alles solange okay, wenn nicht ein Baustein mehr hinzukommt, ein Türchen klemmt oder sich sprunghaft 2-3 öffnen. Dann fängt mein fragiler Strukturturm zu wanken an, bringt mich ins

Schwitzen und aus der Ruhe. Sofort ist das innere Chaos perfekt, das Gleichgewicht aus den Fugen. Ich denke, an dieser Stelle fühlt sich der ein oder andere ertappt.

Wie oft geraten wir doch immer wieder in gleiche Strickmuster? Ich staune schmunzelnd darüber, dass ich es auf Arbeit schaffe, im Hier und Jetzt zu bleiben. Vielleicht ist das meinem Berufsfeld

geschuldet, da ich mit meiner Aufmerksamkeit bei einem anderen Menschen verweile und mein Gedankenkarussell keine Chance hat, sich einzumischen.

Dabei wäre doch jetzt im Dezember genau die richtige Zeit, nicht nur vom Karussell herunter zu steigen, sondern reflektiert das Jahr Revue passieren zu lassen. Es ist wie das weiße Kaninchen

bei Alice im Wunderland, es rennt und rennt, sucht nach der Zeit und hält sie doch selbst in der Hand. Warum also nicht nur die Zeit in die Hand nehmen, sondern auch unseren inhaltlichen Plan

dazu? Ist es Zeit, unsere Zeit anders zu nutzen und zu füllen? Gibt es erfüllende Aufgaben über den Alltag hinaus? Gibt es Aufgaben, die uns beflügeln, die uns klarer sehen lassen, die Brücken bauen?

Bessere Brücken ins neue Jahr, zu neuen Menschen, zu neuen Gewohnheiten. Wie wäre es einmal, einen fremden Menschen in die Augen zu schauen, vielleicht entsteht dadurch ein Lächeln? Wie wäre es, mal nicht den gewohnten Weg zur Arbeit zu fahren, sondern einen neuen zu erkunden? Wie wäre die Gewohnheit von Multitasking an acta zu legen und nur eine Sache bewusst zu machen? Also keinen Vorsatz, aber ein Vorhaben, beispielsweise beim Essen nichts anderes zu tun, als zu essen. Was nicht nur Klarheit für die Gedankenwelt bringen könnte, sondern vielleicht auch noch mehr Struktur. Diese muss ja nicht aufgegeben werden.

Ich habe mir vor kurzem eine Karte gekauft mit den drei Fragen, die man sich immer stellen sollte:

WILL ich das? Will ICH das? Will ich DAS?

Ich fange heute mit Frage drei an:) Ich wünsche allen, dass sie sich eine der Fragen vielleicht noch in diesem Jahr beantworten können, aber vielleicht gibt es auch eine Antwort auf die anderen Fragen des Lebens?

Wenn Sie Lust haben mit uns gemeinsam das neue Jahr zu gestalten, dann freuen wir uns, Sie auf einer unserer Veranstaltungen kennen zu lernen bzw. wieder mit Ihnen zusammen zu treffen. Wenn Ihnen der Sinn nach einer schönen Debattenkultur steht, folgt der Hinweis auf unser Online-Seminar für Ende Januar 2026 auf unserer Webseite und in unserem Newsletter pfw. Für alle, die Ihren Gedanken noch freien Lauf schenken, wünsche ich Ruhe im Karussell und das ein oder andere Lächeln, das wir erübrigen können und wenn es nur das Schmunzeln über uns selbst ist:)