Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V.


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Einladung der Freien Akademie zur Tagung 2012

Aktuelles

Ankündigung der wissenschaftlichen Tagung der Freien Akademie vom 17. bis 20. Mai 2012 in der Frankenakademie Schloss Schney
Die Freie Akademie wird ihre Tagung im Jahr 2012 an gewohntem Ort in der Frankenakademie Schloss Schney, bei Lichtenfels abhalten. Während der Tagung wird im Rahmen von Vorträgen, Kurzreferaten und Gesprächen das Thema „Anfang und Ende des individuellen menschlichen Lebens“ behandelt werden.
Zwei Gesichtspunkte lassen das Tagungsthema besonders unter ethischen und unter gesellschafts-politischen Perspektiven aktuell erscheinen: (1) Das heutige Wissen in den Bereichen Gentechnik und Medizintechnik ermöglichen es, menschliches Leben schier beliebig zu erzeugen und zu de-signen bzw. am Ende zu verkürzen oder zu verlängern. Dies wirft die ethischen Fragen auf, ob der Mensch tun soll, was er tun kann bzw. überhaupt wissen soll, was er nicht tun darf. (2) Die demo-grafische Entwicklung in Deutschland mit einem Defizit an Geburten und einem großen Bevölke-rungsanteil an Älteren lässt fragen, unter welchen Umständen in unserer Gesellschaft Kinder zur Welt kommen (müssen) bzw. ältere Menschen von der Allgemeinheit noch menschenwürdig ver-sorgt werden (können). Hierbei sind gewiss auch ökonomische Aspekte (privater und volkswirt-schaftlicher Art) von Bedeutung. Sowohl hinsichtlich der ethischen als auch der politisch-gesellschaftlichen Dimension des Themas bilden Lebensanfang und -ende einen zusammenhängen-den Komplex.
Im Einzelnen gilt es Vielerlei unter ethischen und politisch-gesellschaftlichen Perspektiven zu bedenken, für den Anfang des individuellen menschlichen Lebens etwa folgende Möglichkeiten: Embryonen im Reagenzglas zu erzeugen und dann nach gentechnischer Analyse auf ihre "Brauch-barkeit" hin auszusortieren bzw. in die Gebärmutter einzusetzen; Embryonen im Mutterleib abzu-treiben; Stammzellen von Embryonen zur Herstellung z. B. von Organen oder Blutplasma zur Hei-lung anderer zu verwenden; Schwangerschaft auf Probe; Vaterschaftstests durchzuführen oder zu unterlassen; ... Im Blick auf das Lebensende ist die Problematik nicht weniger komplex: Umgang mit den Möglichkeiten passiver und aktiver Sterbehilfe; letzter Wille und Patientenverfügungen; Hirnstrommessungen und ihre Konsequenzen; künstliche Beatmung; eher medizintechnisch oder eher psychosozial orientierte Sterbebegleitung; ...
Es werden ReferentInnen auf der Tagung auftreten, die die Thematik in wissenschaftlich-theoretischen und unter lebenspraktischen Perspektiven bedenken. Jeder von uns ist von diesem Thema persönlich und existentiell betroffen. Daher soll die Tagung Zeit und Raum zum Gespräch mit den ReferentInnen und unter der Teilnehmerschaft bieten. Vielleicht gelingt es zudem, die Themen gemäß dem Selbstverständnis der "freien" Akademie auch nonkonform abseits von mainstream-Ansätzen und nicht nur unter etablierten Fragestellungen zu beleuchten. Jedenfalls bie-tet die Tagung eine Mischung aus Fakten sowie Reflexionen über die naturwissenschaftliche, poli-tisch-gesellschaftliche und ethische Relevanz dieser Fakten, so dass die Teilnehmer in ihrer persön-lichen Entscheidungskompetenz im Blick auf das Thema nach der Tagung hoffentlich mündiger sind als vorher.
Geleitet wird die Tagung vom Vizepräsidenten der FA, Herrn Dr. habil. Dieter Fauth, der als Reli-gionspädagoge aus der Sicht der theologischen Ethik und der praktischen Theologie Erfahrung mit dem Thema hat. Seien Sie herzlich willkommen vom 17. bis 20. Mai 2012 in Schney. Wir freuen uns auf Ihre Teil-nahme. Vorschläge für Kurzvorträge, Anfragen und Anmeldungen können an das Präsidium der Freien Akademie übermittelt werden.

Dr. Dieter Fauth (Wissenschaftlicher Tagungsleiter 2012)
Dr. Volker Mueller (Präsident der FA)


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